In Memoriam Friedrich Kurrent: Herzensprojekt des Architekten

Erstellt am 22. Januar 2022 | 05:46
Lesezeit: 3 Min
Sommerein beherbergt ein kaum bekanntes Kulturjuwel: die Biljan-Bilger-Ausstellungshalle.
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Als der Architekt Friedrich Kurrent vergangene Woche in Wien im Alter von 90 Jahren verstarb, würdigte ihn die Fachwelt als Wiederentdecker der Architektur der Moderne und seine Bedeutung bei der Neuorientierung der österreichischen Architektur der Nachkriegszeit sowie sein kritisches Engagement für die Gegenwartsarchitektur. Fast unerwähnt blieb, dass er eines seiner Herzensprojekte in Sommerein realisierte: den Bau der Biljan-Bilger-Ausstellungshalle.

Das architektonisch bemerkenswerte Gebäude mit der wellenförmigen Ziegeldecke – in Assoziation an die umliegenden Weinkeller – erinnert ein wenig an den weltberühmten spanischen Architekten Antoni Gaudi und wurde für seine langjährige Lebensgefährtin Maria Biljan-Bilger errichtet.

Diese gilt als eine der bedeutendsten Bildhauerinnen und Keramikerinnen des vergangenen Jahrhunderts und war Gründungsmitglied des legendären Art-Clubs und der Österreichischen Gesellschaft für Architektur. Feierlich eröffnet wurde die Ausstellungshalle am 1. Mai 2004, sieben Jahre nach dem Tod Biljan-Bilgers, die seit den 60er Jahren in einem angrenzenden Gebäude wohnte und arbeitete.

Um das Projekt zu finanzieren, wurde 1998 ein „Verein der Freunde der Maria Biljan-Bilger-Ausstellungshalle Sommerein“ gegründet. Ihm gehörten neben Friedrich Kurrent namhafte Künstler wie Wander Bertoni und Friedrich Achleitner oder auch der legendäre Unfall-Chirurg Johannes Poigenfürst an.

Ausstellungshalle bleibt weiterhin der Öffentlichkeit zugänglich

Mittlerweile ist der Verein auch Eigentümer der Ausstellungshalle. Derzeitiger Obmann ist der ehemalige Direktor des Museums Niederösterreich, Carl Aigner. Betreut werden das Objekt und die Biljan-Bilger-Sammlung von Kurrents Neffen, Wolfgang Kurrent. Im Februar wird bei einer Vorstandssitzung die programmatische und personelle Weiterentwicklung des Vereins und der Ausstellungshalle geklärt.

Sicher ist vorerst, dass die Ausstellungshalle als kulturelles Juwel in der Gemeinde auch weiterhin der Öffentlichkeit zugänglich bleibt und vom 1. Mai bis Ende Oktober an den Wochenenden besucht werden kann. Bis dahin soll auch ein Bereich in Memoriam an Friedrich Kurrent mit Dokumentationen über sein Schaffen eingerichtet werden. 

Friedrich Kurrent wird am 25. Jänner um 14 Uhr am Sommereiner Friedhof in der Gruft von Maria Biljan-Bilger feierlich beigesetzt.

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