Trockenheit ist Ursache für Setzungen

Sanierungsmaßnahmen sind notwendig, um weitere Schäden zu verhindern.

Erstellt am 15. Dezember 2019 | 05:41
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Die Besucher zeigten sich von den Ergebnissen der Untersuchungen wenig begeistert.
Foto: Nicole Frisch

„Es spielen viele Puzzlestücke ineinander, sodass wir mit hoher Sicherheit sagen können, was die Ursache ist“, so Landesgeologe Klemens Grösel. Seit August 2018 leitet er die Arbeitsgruppe zur Klärung der Ursache für die Bodenbewegungen und den damit verbundenen Schäden in der Siedlung am nordöstlichen Ortsrand. In den knapp eineinhalb Jahren wurden zahlreiche Untersuchungen durchgeführt, die Betroffenen waren dabei kooperativ.

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Landesgeologe Klemens Grösel leitet die Arbeitsgruppe.
Foto: Nicole Frisch

Verantwortlich für die Setzungen und die damit verbundenen Schäden ist ein natürlicher und klimatisch bedingter Prozess. So befinden sich in diesem Bereich spezielle Materialien, sogenannte Smektite, im Boden. Diese lösen bei Befeuchtung Hebungs- und bei Austrocknung Setzungsvorgänge aus. Hinzu kommt, dass sich diese Siedlung auf einem Hügelrücken befindet. Entlang des Leithagebirges sei diese Lage Grösel zufolge einzigartig.

Gepaart mit verstärkt auftretenden klimatischen Einflüssen wie Verdunstung und Trockenheit führt dies zu Bodenbewegungen. Der Hauptschadensbereich befindet sich an den Osthängen und dem Hügelrücken. Dort treffen hohe Smektit-Gehalte auf eine sinkende Bergfeuchte. Letztere lässt sich auf eine verstärkte Austrocknung der Hügelrücken und Osthänge durch den Südost-Wind zurückführen.

Unser Vermögen wird vernichtet und wir können nichts dafür.“ Eine Bewohnerin der betroffenen Siedlung

Für Erleichterung sorgte das Ergebnis der Experten nicht – weder bei den Anrainern noch bei SP-Ortschef Karl Zwierschitz. Umfassende Sanierungsmaßnahmen an den Gebäuden seien notwendig, damit weitere Schäden verhindert werden. Welche Maßnahmen gesetzt werden, müsse laut Ziviltechniker Rainer Klemenjak individuell entschieden werden. Bei Gebäuden mit massiven Schäden könnten Kosten im sechsstelligen Bereich anfallen. Für künftige Bauvorhaben in diesem Bereich wird es Auflagen geben. Stahlbeton-Keller werden beispielsweise eine Bedingung sein.

„Der Baugrund ist problematisch. Man muss damit rechnen, dass sich das Schadensbild in den nächsten Jahren verändern kann“, so Klemenjak. Wie es nun weitergeht, ist nur bedingt klar. Bis Weihnachten soll die endgültige Fassung des Gutachtens vorliegen. Anhand dieser wird dann unter anderem überprüft, ob es sich um eine Katastrophe handelt und Leistungen aus dem Katastrophenfonds ausgezahlt werden. „Es gibt genaue Regeln, was eine Katastrophe ist“, hält Zwierschitz fest. Sollten die Setzungen nicht als Katastrophe eingestuft werden, erhalten die Betroffenen keine Leistungen. Das Endgutachten wird auch für die Versicherungen Bemessungsgrundlage sein.

„Unser Vermögen wird vernichtet und wir können nichts dafür“, sagte eine Betroffene bei der Informationsveranstaltung. Ein anderer ergänzt, dass ihre Leben vernichtet würden. Eine Lösung für das Problem kann aber auch Zwierschitz nicht bieten. Ein Ende der Bodenbewegungen zeichnet sich nicht ab.