Ukrainische Juristin unterrichtet Deutsch

Erstellt am 29. Mai 2022 | 05:08
Lesezeit: 2 Min
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Iulia Tatsii umringt von ihren ukrainischen SchülerInnen.
Foto: Iulia Tatsii
Kurz nach Kriegsbeginn kam Iulia Tatsii nach Sommerein. Nun lehrt sie an der Volksschule.
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Es sind Erlebnisse, über die von tausenden anderen Kriegsflüchtlingen aus der Ukraine auch erzählt werden könnte, aber die Geschichte der 33-jährigen Iulia Tatsii ist eine besondere. Geboren und aufgewachsen in Bila Zerkwa (etwa 80 Kilometer südlich von Kiew) studierte sie Rechtswissenschaften in Kiew. Ihre exzellenten Deutschkenntnisse erwarb sie bereits in der Schul- bzw. Studiumszeit.

Schließlich fand sie eine Anstellung als Koordinationsmanagerin in einem großen ukrainischen Agrarbetrieb in Sumy. Im selben Betrieb als landwirtschaftlicher Berater und Manager tätig, war seit 2004 auch der gebürtige Sommereiner Johann Tatzber.

Tatsii wurde nicht nur zu seiner Dolmetscherin und Assistentin, sondern es entstand auch eine wertschätzende Freundschaft zwischen den beiden. Daher lag es nahe, dass die Ukrainerin nach einer höchst abenteuerlichen, zehntägigen Flucht ins sichere Österreich am 16. März, nun bei der Familie Tatzber in Sommerrein wohnhaft ist.

Kaum angekommen, trat sie sogleich in Kontakt mit anderen ukrainischen Flüchtlingen in der Region und bewies erneut ihr Kommunikations- und Koordinationstalent. „Ohne Iulia hätten wir niemals unsere Initiative ‚Sommerein hilft Ukraine‘ aufbauen können“, erklärt Johann Tatzber.

Seit kurzem ist Tatsii von der Bildungsdirektion für Niederösterreich als Integrationslehrerin angestellt. Sie unterrichtet täglich zwei Stunden Deutsch für die acht ukrainischen SchülerInnen an der Volksschule Sommerein. „Das Unterrichten bereitet mir sehr viel Spaß, vor allem, wenn man die Fortschritte sieht“, so Tatsii.

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