SP bekämpft Schließung des ÖBB-Service-Centers. Die SPÖ Burgenland brachte am Donnerstag einen Initiativantrag im Landtag gegen die geplante Schließung des ÖBB-Service-Centers in Bruckneudorf ein. 100 Arbeitsplätze wären in Gefahr.

Von Otto Havelka. Update am 25. Juni 2020 (16:40)
Landtagsabgeordneter Kilian Brandstätter, Klubobmann Robert Hergovich, Landesrat Heinrich Dorner und Nationalrat Maximilian Köllner (alle SP) kündigen Widerstand gegen die Schließung des ÖBB-Service-Centers Bruckneudorf an.
Otto Havelka

Auf großes Unverständnis stoßen Pläne der ÖBB, das Anlagen-Service-Center (ASC) in Bruckneudorf mit 1. Jänner nächsten Jahres zu schließen.  "Das Burgenland wäre damit das einzige Bundesland, das über keinen ASC-Standort verfügt", kritisiert SP-Landtagsabgeordneter Kilian Brandstätter,. Für SP-Verkehrslandesrat Heinrich Dorner wäre das „der nächste unfreundliche Akt gegenüber unserem Bundesland und ein weiterer Beleg dafür, dass die ÖBB das Burgenland links liegen lassen“. 

Mit der Schließung des ASC Bruckneudorf wären nicht nur knapp hundert Arbeitsplätze, sonder auch die Qualität der der Bahnanlagen gefährdet, warnen die SP-Vertreter. Vom Servic-Center Bruckneudorf werden immerhin 280 Kilometer Hauptgleise gewartet und pro Jahr rund 1.000 Störungen bearbeitet.

SPÖ-Klubobmann Robert Hergovich betonte, dass man einer Schließung nicht tatenlos gegenüberstehen würde. „Wir werden mit allen demokratischen Mitteln gegen dieses Vorhaben kämpfen.

Bahn dementiert Schließungspläne

Die ÖBB haben am Donnerstag Schließungspläne für ihr Anlagen-Service-Center (ASC) in Bruckneudorf im Burgenland dementiert. Dass der ASC-Standort geschlossen werde, stimme nicht: "Das einzige, was passiert, ist, dass die Standorte Bruckneudorf und Wien Zentralverschiebebahnhof - beide Standorte sind an der Ostbahn - organisatorisch zusammengelegt werden", so ÖBB-Sprecher Christoph Seif.

"Beide Standorte haben nur mehr einen und nicht mehr zwei Leiter. Es gibt aber sonst keine Auswirkungen", betonte Seif: "Die Mitarbeiter, die bis jetzt in Bruckneudorf gearbeitet haben, werden auch künftig in Bruckneudorf arbeiten. Und die, die in Wien Zentralverschiebebahnhof tätig waren, werden auch zukünftig in Wien Zentralverschiebebahnhof tätig sein."

Das einzige, was sich ändere, sei eben, dass beide Standorte künftig von einer Person geleitet würden. Die Standorte würden weiterhin genauso existieren wie sie bisher bestanden haben.

Das ASC werde auch einen Doppelnamen haben, zum Beispiel Bruckneudorf/Wien Zentralverschiebebahnhof. Mitarbeiter in Bruckneudorf seien dann in einem sogenannten Stützpunkt des ASC. Das passiere gerade auch in Niederösterreich mit Sigmundsherberg und Tulln, so der ÖBB-Sprecher. Diese Stützpunktlösung gebe es öfters in Österreich - beispielsweise in Landeck und Bludenz, über Bundesländergrenzen hinweg.