Bausperre tritt für zwei Jahre in Kraft. Innenstadt und Teile von Altstadt und Gürtel werden zur Schutzzone. Ein neuer Bebauungsplan wird erarbeitet.

Von Susanne Müller. Erstellt am 29. März 2017 (04:42)
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Josef Newertal (SP).
privat

Der Gemeinderat beschloss am Montag einstimmig eine Bausperre für den historischen Stadtkern. Gemeint sei damit jedoch keineswegs ein Bauverbot, allerdings müsse ein Bauvorhaben dem „Ziel der Bausperre“ entsprechen, um eine Bewilligung zu erhalten.

Gelten soll die Bausperre vorerst für zwei Jahre. In dieser Zeit ist eine grundlegende Überarbeitung des Bebauungsplans beabsichtigt, da sich seit der Erstellung des aktuellen in den 1990er Jahren wesentliche Rahmenbedingungen geändert haben.

Drei renommierte Architekten als Gestaltungsbeirat

Darüber hinaus soll eine Schutzzone im historischen Stadtkern eingerichtet werden, die auch für jene Bereiche, die nicht denkmalgeschützt sind, Regelungsmöglichkeiten bietet. Historische Bautypen und Baudetails sollen auf dieses Weise erhalten bleiben.

Allerdings, so wird betont, soll dadurch auch die Möglichkeit geschaffen werden, den Innenstadt-Bereich behutsam weiterzuentwickeln. „Wir wollen für die Hauseigentümer letztlich Möglichkeiten schaffen, dass ihre Liegenschaften auch wirtschaftlich verwertbar werden“, betonte SP-Klubsprecher Josef Newertal.

Zur konkreten Bewertung und Umsetzung dieser Maßnahmen wird, wie bereits angekündigt, ein Gestaltungsbeirat eingerichtet. Dieser soll Bauvorhaben prüfen und ihre Umsetzbarkeit in der Schutzzone beurteilen. Dafür habe man drei renommierte Architekten gewinnen können.

Ziel ist, die Innenstadt nachhaltig wiederzubeleben

Als Vorbild nimmt sich Bruck dafür jenes Modell, das in Mödling bereits seit etlichen Jahren praktiziert wird (die NÖN berichtete). Langfristiges Ziel dabei sei, die Innenstadt nachhaltig wiederzubeleben, erklärt SP-Bürgermeister Richard Hemmer – wenngleich man sich keinen raschen Effekt erwarten dürfe. „So etwas geht nicht von heute auf morgen. In Mödling machen sie das seit zehn Jahren so, dort hat es auch einige Jahre gedauert, bis sich ein Erfolg eingestellt hat“, so Newertal.

Bei einer ersten Info-Veranstaltung, zu der vor Kurzem die Hauseigentümer des betroffenen Bereichs eingeladen wurden, waren aber nicht alle von den geplanten Maßnahmen begeistert. Dort wurde beispielsweise auch die Befürchtung laut, dass Innenstadt-Gebäude dadurch an Wert verlieren oder dass Bauvorhaben durch die Auflagen des Gestaltungsbeirats empfindlich teurer werden könnten.

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