Die Befragung zum Wilfleinsdorfer Sportplatz startet. Mit einer „Meinungserhebung“ will die Stadtführung über Verlegung entscheiden.

Von Susanne Müller. Erstellt am 10. Oktober 2019 (04:34)
Müller
SP-Bürgermeister Gerhard Weil und Vizebürgermeister Roman Brunnthaler mit den Befragungsunterlagen, die dieser Tage an die Wilfleinsdorfer zugestellt werden.

Dieser Tage flattert den rund 900 Wahlberechtigten in Wilfleinsdorf Post von der Gemeinde ins Haus. Jeder Hauptwohnsitzer mit Wahlrecht in der Katastralgemeinde erhält von der Stadt nämlich die Unterlagen für die „Meinungserhebung“ zugestellt.

Damit soll nun endgültig festgestellt werden, ob die Wilfleinsdorfer einen neuen Sportplatz wollen oder nicht. In dem Kuvert enthalten ist eine einseitige Info zum Projekt Sportplatz-Verlegung an den Ortsrand Richtung Bruck, ein dazugehöriger Lageplan und das Blatt zur „Meinungserhebung“. Darauf soll angekreuzt werden, ob man für oder gegen die Verlegung des Sportplatzes ist, oder als dritte Option – ob man keine Meinung dazu abgeben will. Ebenfalls enthalten ist ein Rücksende-Kuvert, mit dessen Hilfe die Gemeinde ein Vervielfältigen der Meinungsblätter verhindern will. Gültig ist somit nur, was sich in einem Rücksende-Kuvert befindet – und zwar nur ein Blatt pro Kuvert.

Die Mehrheit entscheidet. Dazu stehe ich.“
SP-Bürgermeister Gerhard Weil erklärt das Ergebnis der Meinungserhebung als bindend.

„Dorfbefragung“ darf der Vorgang offiziell nicht genannt werden, da dafür bestimmte formelle Kriterien zu erfüllen wären.

„Die Abstimmungszettel können in den nächsten Postkasten geworfen werden oder in die Wahlurnen, die im Rathaus und im Nahversorger in Wilfleinsdorf aufgestellt werden“, erklärt SP-Bürgermeister Gerhard Weil.

Einsendeschluss ist der 28. Oktober um 12 Uhr. „Da werden die Wahlurnen eingesammelt“, so Weil. Ziel ist, das Ergebnis der Meinungserhebung noch am 28. Oktober in der Gemeinderatssitzung kundzutun. „Das Ergebnis wird dann dem zuständigen Ausschuss zugewiesen“, erklärt Weil. Für ihn sei aber fix, was er auch schon beim Dorfgespräch in Wilfleinsdorf gesagt habe: „Die Mehrheit entscheidet. Dazu stehe ich.“

Bisher sei nicht eindeutig feststellbar gewesen, ob die Verlegung des Sportplatzes gewünscht werde oder nicht. Es habe zwar bereits jeweils Unterschriftenlisten dafür und dagegen gegeben – dabei waren rund 400 dafür und rund 90 dagegen. Dabei seien aber jeweils auch Unterschriften von Nicht-Wilf leinsdorfern auf den Listen gewesen bzw. hätten auch Jugendliche unterschrieben.

„Wir wollen das demokratisch lösen“, verspricht Weil, der auf eine hohe Rücklaufquote hofft. „Wenn nur drei zurückkommen und zwei davon dafür sind, dann gilt das“, formuliert es Weil überspitzt.

Das Sportplatz-Projekt sieht eine Absiedelung des Sportplatzes an den Ortsrand vor. Derzeit befindet sich das Gelände mitten in einer Siedlung im Ort. Der USC Wilfleinsdorf, der sich über zahlreiche Nachwuchsspieler freut, benötigt außerdem dringend mehr Platz für seine Vereinstätigkeit und spricht sich deshalb für einen Neubau der Anlage aus. Denn selbst mit Renovierungsarbeiten könne man das Platzproblem – auf der Anlage und bei den Parkplätzen – im Ort nicht lösen. Seit das Vorhaben präsentiert wurde, gibt es dazu jedoch heftige Debatten.