721 Piekser gegen Corona in Hainburg. Am Donnerstag wurden in der Kulturfabrik                        die ersten Personen geimpft.

Von Josef Rittler. Erstellt am 28. April 2021 (04:12)
Fritz Tromba, Walpurga Vock-Gattringer, Lukas Samuel und Sarah Vock.
NOEN

Schon einige Zeit vor 14 Uhr, dem offiziellen Öffnungstermin, hatte sich eine Warteschlange vor der Kulturfabrik gebildet: Am Donnerstag nahm das Hainburger Impfzentrum seinen Betrieb auf. Die Räumlichkeiten sind in den Tagen davor umfassend adaptiert worden, die letzten Vorbereitungen laufen. Der Startschuss fällt dann gegen 14.15 Uhr. Vorgesehene Schließzeit: 20 Uhr.

„Die Kulturfabrik ist eines von 20 Impfzentren in ganz Niederösterreich, in 16 davon wird heute geimpft“, berichtet Markus Mottl von der Landesverbandszentrale des Roten Kreuzes NÖ. Er ist mit der Leitung aller Zentren beauftragt. „Das Impfzentrum wird zunächst einen Tag in der Woche geöffnet sein, möglich wäre aber ein Betrieb bis zu sechs Tagen, das hängt vom verfügbaren Impfstoff ab“, führt Mottl aus. Dieser ist am Donnerstag auf einem Dreieckständer vor dem Gebäude angeschrieben, fast wie ein Tagesangebot im schon lange entbehrten Restaurant: „Heute wird geimpft: Biontech/Pfizer.“

Möglich wäre ein Betrieb bis zu sechs Tagen in der Woche, das hängt vom verfügbaren Impfstoff ab.“ Markus Mottl

 In der Kulturfabrik wurden fünf Impflinien eingerichtet. Auf jeder davon können 30 Personen in der Stunde geimpft werden, gesamt also 150. Der Ablauf ist im Einbahn-System nach Stationen gegliedert: Zuerst geht’s in die Aufnahme, wo sich die vorab registrierten Teilnehmer anmelden. Jedem wurde ein Termin zugewiesen, um Wartezeiten möglichst zu vermeiden.

Dann steht ein Gespräch mit einem Arzt auf dem Programm, in dem abgeklärt werden soll, ob die Impfung aus medizinischer Sicht verabreicht werden kann. Bestehen keine Bedenken, wird’s ernst: In einer Kabine wird abgeschirmt die Spritze mit dem Vakzin gesetzt. Ärmelaufkrempeln und Smalltalk dauern länger als die Injektion selbst. Zum Schluss stehen unter dem Motto „Dokumentation und Nachbetreuung“ noch einige Formalitäten an.  Wer möchte, kann sich mit Mineralwasser erfrischen. Die frisch Geimpften sollten dann noch fünfzehn Minuten bleiben, um allfällige Reaktionen abzuwarten. Geimpft wurden am Donnerstag 721 Personen.

Martin Janovsky, Jürgen Doschek und Johann Steinlechner.
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Verantwortlich für die örtliche Organisation war Thomas Sammer vom Roten Kreuz Hainburg: „Es ist eine große Herausforderung, alles zu koordinieren, seit einer Woche bin ich von in der Früh bis spätabends unterwegs.“ Zu Sammers Pflichten zählte auch, das Personal für den Impfeinsatz zusammenzustellen. Am ersten Tag waren über dreißig Mitarbeiter im Einsatz, davon drei Notärzte, zwei Ärzte von außerhalb, sieben Mitarbeiter des Roten Kreuzes, zehn diplomierte Krankenpflegekräfte und fünfzehn Administratoren.  Was Einrichtung und Ablauf betrifft, hat das Impfzentrum in der Kulturfabrik die Anforderungen erfüllt. Die Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist  durch die Nähe des Bahnhofes gegeben. Im Vorfeld hatte die Wahl des Standortes für Verstimmung gesorgt (die NÖN berichtete). Vor allem in der Bezirkshauptstadt Bruck hatte man mit der Einrichtung einer eigenen Impfstraße gerechnet.

Anmeldung

Zunächst wurden die Teilnehmer an der Impfaktion um ihre Terminbestätigung gebeten, ohne sie gab es keine Impfung. Dann wurde man in eine der Linien eingeteilt, um möglichst schnell weiterzukommen. War der entsprechende Tisch für ein Arztgespräch frei, klärten eine Ärztin oder ein Arzt die Impfwilligen über die Risiken und allfälligen Nebenwirkungen auf. Der Gesundheitszustand wurde erhoben und Fragen beantwortet. Einige der Impfwilligen wurden von Angehörigen begleitet.

Impfung

Diese erfolgte abgeschirmt in einer Kabine und war dank des professionellen und freundlichen Fachpersonals schnell vorüber. Verabreicht wurden Dosen von Biontech/Pfizer, es wurde genau geachtet, dass nicht ein Tropfen verloren ging.

Elisabeth Staffenberger mit Wolfgang Cichon und Petra Seebauer.
NOEN

„Es funktioniert tadellos“, resümierte jedenfalls Wolfgang Cichon, Obmann des „Carnuntiner Oldtimer Clubs“ gegenüber der NÖN. Er hofft, dass durch die Impfung wieder mehr Freiheiten möglich sind und der Oldtimerkirtag wieder stattfinden kann.

Dokumentation

Nach der Immunisierung galt es noch einige Formalitäten zu erledigen, darunter die Eintragung in den Impfpass. Um spontane Reaktionen auf die Impfung abzuwarten, sollten die Teilnehmer noch fünfzehn Minuten vor dem Weggehen Platz nehmen. Die angenehmste Nebenwirkung: Für viele ergab sich so die Möglichkeit, miteinander zu plaudern und die sozialen Kontakte etwas aufzufrischen. Diese sind ja bis 2. Mai noch durch den Lockdown stark eingeschränkt.

Umfrage beendet

  • Werdet ihr euch impfen lassen?