Region Bruck/Schwechat: In der Hitze zählt ein kühler Kopf

Erstellt am 26. Juli 2022 | 20:00
Lesezeit: 4 Min
In der Hitze zählt ein kühler Kopf
Obstbäuerin Petra Kollmann setzt auf „ gutes Bodenmanagement“. Bodendecker sorgen dafür, dass die Erde nicht so schnell austrocknet.
Foto: Kerstin Schäfer-Zimmermann
Kluges Verhalten hilft, um gut durch heiße Tage zu kommen.
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Die Hitze hat zuletzt Mensch, Tier und Natur ordentlich geplagt. Erste Hitzeschäden sieht man etwa bereits in einem von Petra Kollmanns Weingärten in Höflein: „Sehr junge Rebstöcke sind noch nicht tief verwurzelt. Der Boden ist sehr karg. Hier geht es nun darum, den Rebstock nicht unnötig zu belasten, Blätter und Trauben zu opfern, um den Stock zu retten“, so die Schnapsbrennerin und Obstbäuerin.

Im nächsten Weingarten zeigt sich, warum Kollmann auf ein „g’scheites Bodenmanagement“ setzt: saftig grüne Rebstöcke, die einen sehr guten Ertrag versprechen. Der Unterschied liegt hier im Alter der Rebstöcke. Sie wurzeln schon tief. Bodendecker schützen hier außerdem den Boden vor Austrocknung.

„In Carnuntum kann man nicht einfach einen Brunnen schlagen oder aus Bächen und Flüssen Wasser entnehmen, wie es einen freut. Die Ressource Wasser ist knapp. Daher muss man umdenken“, so die Höfleinerin. Ihr Hausbrunnen zeige es deutlich: „Früher hat sich der Brunnen nach der Wasserentnahme gleich wieder gefüllt. Diese Woche brauchte er zwei Tage, um halb gefüllt zu sein“, so Kollmann.

Sie selbst schützt sich bei der Arbeit in den Obst- und Weingärten vor allem dadurch, dass sie sehr früh beginnt: „Ich halte die Hitze seit jeher gut aus, achte aber darauf, mittags fertig zu sein“, so Kollmann.

Während Landwirte klug vorgehen müssen, um Pflanzen zu schützen, springt Otto Normalverbraucher gern mal ins kühle Nass. Zum Beispiel im Parkbad in Bruck. Dort zählte man in der Vorwoche täglich rund 1.200 Besucher. Tendenz steigend. Bei 38 Grad Außentemperatur holt man sich als Bademeister dort dann schon mal Brandblasen bei zehn Stunden Dienst in der Sonne: „Dagegen kannst du manchmal nichts machen. Du bist dauernd in der Sonne“, so Bademeister Georg Michel. Kreislauftechnisch seien alle topfit: „Aufs Wassertrinken darfst du auf keinen Fall vergessen.“

Tipps vom Arzt für die Hitzetage

Sehr richtig, wie auch der Brucker Internist Christoph Dobias-Meran anmerkt: „Bei länger anhaltenden Hitzewellen steigt die Belastung für den Körper. Die Blutzirkulation wird schlechter, der Körper verliert Salze und Flüssigkeit. Daher sollte man bei Hitze so viel wie möglich trinken. Aber keinen Alkohol und keine Limonaden.“ Vor allem im Spital sind Ärzte immer wieder mit Patienten konfrontiert, die aufs Trinken vergessen und regelrecht austrocknen.

„Das führt immer wieder zu gefährlichen Zuständen – vor allem bei Pflegebedürftigen und älteren Menschen“, so Dobias-Meran. Kinder solle man auch stets dazu anhalten, Wasser zu trinken. „Wer sich viel in der Sonne aufhält, soll so oft wie möglich, den Schatten suchen, auf üppige Speisen verzichten und muss auch seine Haut schützen. Die Bräune kommt trotzdem – nur ohne Sonnenbrand“, so der Internist.

Waldbrandausbildung in Enzersdorf

Mit der Hitze und der Trockenheit steigt auch die Gefahr von Bränden. Bisher waren es zum Glück nicht so sehr die Wälder, die hier brannten. Flurbrände sind dafür aber fast an der Tagesordnung. Bezirksfeuerwehrkommandant Christian Edlinger verfolgt daher schon seit seiner Angelobung das Ziel, eine Waldbrandgruppe im Bezirk zu installieren. Und die Pläne sind bereits weit fortgeschritten. Die Gruppe zählt mittlerweile rund 140 Mitglieder, die bereits die ersten Ausbildungsmodule im Bezirk besucht haben.

„Im September findet eine weitere Ausbildung für die Waldbrandbekämpfung in Enzersdorf statt“, so Edlinger. Dabei soll das Zusammenspiel zwischen den Katastrophen-Hilfsdienst-Einheiten und der Waldbrandgruppe geübt werden. Auf Ebene des Landesfeuerwehrverbandes haben bereits einige die Waldbrandausbildung abgeschlossen. Im Herbst soll die Bezirksfeuerwehr zudem ein eigenes Waldbrandfahrzeug bekommen. Die Kosten dafür trägt zur Gänze der NÖ Landesfeuerwehrverband. Stationiert soll es in Hof werden. „Derzeit beschäftigen wir uns mit der Anschaffung des Handwerkzeuges sowie mit der Alarmierung der Einheiten im Bezirk“, so Edlinger.

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