Pensionist betrog Feuerwehr mehrere Tausend Euro. 15 Monate Haft, fünf davon unbedingt, für 72-Jährigen, der unter anderem die Feuerwehr Stixneusiedl um eine Anzahlung für ein Abschleppgerät betrogen hatte.

Von Christian Pfeiffer. Erstellt am 23. Mai 2021 (05:49)
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Die Freiwilligen Feuerwehren aus Stixneusiedl und Mannswörth schlossen mit einem 73-jährigen Mann im April beziehungsweise Juli 2019 Verträge über die Lieferung je eines elektro-hydraulischen Rangier- und Abschleppgerätes ab. Vereinbart war eine Lieferzeit von acht bis zehn Wochen. Anzahlungen seitens der Feuerwehren in der Höhe von 6.720 Euro beziehungsweise 7.000 Euro wurden ebenfalls kurz darauf geleistet. Auf die Lieferungen warten die Feuerwehren noch heute, oder besser, seit ihrer Anzeige gegen den Mann wegen Betrugs nicht mehr.

Unablässig verteidigte sich der Pensionist vor Richter Martin Bodner am Landesgericht Korneuburg damit, dass ihm Corona einen Strich durch die Rechnung gemacht habe und das Geld der Anzahlung in Material und eine Vorauszahlung an eine Firma in Polen geflossen seien. Die oftmaligen Einwendungen Bodners, dass es bis zum ersten bestätigten Corona-Fall in Österreich noch Monate seit den Bestellungen der Feuerwehr gedauert habe, kamen bei dem Angeklagten, der mittellos in einem Wiener Männerwohnheim lebt, nicht an.

Er bestritt auch eine bereits erfolgte Verurteilung am Bezirksgericht Gänserndorf 2017 wegen exakt derselben Tatbegehung und einer weiteren am Landesgericht Korneuburg aus demselben Jahr wegen vorgetäuschten Diebstahls, falscher Beweisaussage und schweren Betrugs mit den Worten: „Da gibt’s keine Gerechtigkeit mehr.“ Bodner mühte sich vergeblich, zu dem Mann durchzudringen, und damit, ihm zu helfen, seine Schuld einzusehen.

Wenig milde stimmte den Richter auch, dass er die Verhandlung vertagt hatte, weil der 73-Jährige behauptete, Belege für seine Materialkosten vorlegen zu können. Alles was Bodner bekam, war ein handgeschriebener Zettel, auf dem der Angeklagte handschriftlich die Adresse des Betriebs notiert hatte, von dem er angab, eingekauft zu haben. „Wollen Sie mich papierln?“, war die folgerichtige Frage des Richters. Das Ergebnis: 15 Monate Freiheitsstrafe, davon fünf Monate unbedingt.