Erstellt am 02. Dezember 2014, 16:21

von Susanne Müller

Synagoge-Kauf ist fix. Beschlossen / Das mittelalterliche Bethaus wird um 80.000 Euro ins Eigentum der Stadt übergehen. FP-Gemeinderat Hübner dagegen.

Die Stadt wird die mittelalterliche Synagoge in der Schillerstraße 9 ankaufen. Land und Bund haben Unterstützung zugesagt.  |  NOEN, Müller

Als „historische Chance“ bezeichnete SP-Bürgermeister Richard Hemmer die Möglichkeit für die Stadt, die Synagoge in der Schillerstraße anzukaufen (die NÖN berichtete). Im Stadtrat war der Beschluss für den Ankauf des mittelalterlichen Bethauses samt umliegendem Innenhof der Schillerstraße 9 um 80.000 Euro bereits gefallen. Im Gemeinderat betont Hemmer einmal mehr die Bedeutung des Gebäudes, das sowohl kunsthistorisch als auch in Anbetracht des guten Gebäudezustands als außergewöhnlich eingestuft wird.

„Man kann davon ausgehen, dass dies auch touristisch für Bruck genutzt werden kann“, so Hemmer, der aber auch keinen Hehl daraus machte, dass die Restaurierung des gotischen Baus der Stadt noch beträchtliche Summen kosten werde.

„Offensiv in den Standort Bruck investieren“

Eben dieser Umstand veranlasste FPÖ-Gemeinderat Hannes Hübner dazu, gegen den geplanten Ankauf zu stimmen. „Wenn das Gebäude so wichtig ist, warum kauft es dann nicht das Land oder der Bund?“ Die Stadt habe auch für die Erhaltung nicht die finanziellen Ressourcen.

„Ich glaube nicht, dass wir das kaufen sollten, wenn wir uns die Restaurierung schon bei den Gebäuden nicht leisten können, die uns schon gehören“, so Hübner. Sein Parteikollege Franz Krupbauer sah dies hingegen anders. Er zeigte sich, ebenso wie VP-Sprecher Felix Böhm, überzeugt, dass dies eine große Chance darstelle.

Böhm betonte außerdem: „Es ist ein Glücksfall, dass durch den Rathaus-Umbau die Synagoge öffentlich zugänglich gemacht werden kann.“ Die Kosten würden freilich eine Herausforderung fürs Budget der nächsten Jahre. Die Sorgen um die Finanzen konnte Stadtchef Hemmer nicht nachvollziehen. Er sprach sich dafür aus, „offensiv in den Standort Bruck zu investieren“. Grüne-Sprecher Roman Kral sah sogar „die Verpflichtung für die Kommune, die Synagoge zu erwerben.“ Der Beschluss wurde mehrheitlich angenommen.