Alle Wege führen nach Carnuntum. Fünf neue Wanderrouten sollen die Region auf insgesamt 70 Kilometern besonders für Familien erschließen.

Von Josef Rittler. Erstellt am 11. Oktober 2017 (05:16)
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V. l.: „Römerland“-Geschäftsführer Bernhard Fischer, Petra Bohuslav, Bernhard Schröder und „Römer“ Maximilian Thaler.
Rittler

Die Region Carnuntum ist um eine Tourismusattraktion reicher: Die zuständige Landesrätin Petra Bohuslav (VP) eröffnete in Hainburg fünf neue Top-Rundwanderwege im „Römerland Carnuntum“.

Auf insgesamt 70 Kilometern folgen Wanderer auf der „Via Carnuntum“ den Spuren der alten Römer und erleben die reiche Geschichte der Region. Stilgerecht tragen nicht nur die Routen lateinische Bezeichnungen, sondern auch die Informationsbroschüre begrüßt die Leser auf Latein. Aber keine Angst: Die nachfolgenden Erklärungen sind zielgruppengerecht dreisprachig auf Deutsch, Englisch und Slowakisch verfasst.

Das Leitsystem ist einfach: Die Wanderer folgen auf der Strecke den gelben Wegweisern mit dem Logo der „Via Carnuntum“. Welche Sehenswürdigkeiten zu sehen sind, und die Strecke, die man gehen muss, um diese zu erreichen, sind angegeben. In der letzten Zeile der Wegweiser stehen der Name der Tour und die verbleibende Gehzeit. Bei den roten, entsprechend gekennzeichneten „Multimedia-Guide-Tafeln“ können Informationstexte aufs Smartphone heruntergeladen werden.

Touren sind leicht und auch familienfreundlich

Die Wanderwege sind familienfreundlich und sowohl für Tagesausflüge als auch für mehrere Tage dauernde Wanderurlaube vorgesehen. Die einzelnen Runden sind fünf bis maximal zwölf Kilometer lang und enthalten keine besonderen Anstiege. Auf den historischen Wegen entdecken die Besucher der Region die Schätze und Geheimnisse an den drei historischen Standorten Carnuntums.

In der Römerstadt begeben sich die Wanderer auf eine Zeitreise – 1.700 Jahre zurück. Immerhin befindet sich hier die größte archäologische Landschaft Österreichs, wo unter anderem ein ganzes Wohnviertel mit Stadthäusern und einer römischen Therme voll funktionstüchtig wiederaufgebaut worden ist.

Das Konzept von Margit Neubauer und ihrem Team von der „Donau Niederösterreich“ verwendet zwar die Römer als Leitmotiv, bezieht aber auch die anderen Vorzüge der Region mit ein. Wer sich auf „jüngere Spuren“ begeben möchte, folgt Maria Theresia und Kaiser Franz Josef I. in die Gegend um Mannersdorf. Die „via silentium“ genannte Route führt in den Naturpark Wüste, zur Ruine Scharfeneck und zur Franz-Josefs-Warte.

Beim Streifzug auf der „via vinum“ durch die Weingärten und Kellergassen der Weinorte Göttlesbrunn und Höflein gibt es viele Geschichten zu den Themen Landwirtschaft, Weinbau, Römer und Maximilian I. zu entdecken. Romantische Weinkeller und Aussichten belohnen die Wanderer.

„Die Wachau ist auch nicht schöner“

Die „via monte“ widmet sich dem Braunsberg, seiner einzigartigen Naturlandschaft und der Mittelalterstadt Hainburg, die „via vista“ führt durch schattige Laubwälder und sonnige Weingärten auf die Königswarte bei Berg, den östlichsten Aussichtspunkt Österreichs. Die Hörstationen berichten über die bewegte Geschichte der Grenze. Die „via cella vinaria“ verbindet die Prellenkirchner Kellergasse mit dem Kellerviertel in Edelstal.

„Die neuen Wanderwege stellen sicher einen neuen Schub für den Tourismus in der Region dar“, ist Bohuslav überzeugt. Die Idee und die Durchführung seien „eine moderne Inszenierung“.

Man finde hier alles, was auch in ganz Niederösterreich geboten werde – Wein, Kulinarik und Kultur. Ausgehend von der Landesausstellung 2011 sei die Region zu einer der aufstrebenden Destinationen in Niederösterreich geworden: „Die Wachau ist auch nicht schöner.“