Bürger fürchten Ortsteilung und wollen Gleise verlegen

Bürgerinitiative befürchtet mehr Güterverkehr durch die geplante Flughafenspange und Teilung des Orts Trautmannsdorf.

Erstellt am 17. Oktober 2021 | 05:03
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Thomas Jenke, Milos Matijevic, Isabella Stasny und Karl Havlicek wollen eine Win-Win-Situation für Bevölkerung und ÖBB.
Foto: Nicole Frisch

Eine Teilung der Ortschaft befürchtet die Bürgerinitiative Regionale Initiative Lebenswertes Leithatal (Regini) durch die geplante Flughafenspange (Bahn-Verbindung zwischen Flughafen und der Ostbahn). Aufgrund der Informationen, die Mitglieder bisher in Erfahrung gebracht haben, vermuten sie eine Schließung der Bahnübergänge im Ort sowie eine Zunahme des Güterverkehrs auf den Ostbahngleisen. 

„Wir sind nicht gegen die Flughafenspange. Wir wollen aber eine Win-Win-Situation für die Ortsbewohner und die ÖBB erreichen“, sagt Regini-Obfrau Isabella Stasny. Dafür arbeiten sie auch mit den Bürgerinitiativen aus der Gemeinde VEG Gallbrunn-Stixneusiedl, Unser Trautmannsdorf und Trau.di sowie der Enzersdorfer Bürgerliste GEMa zusammen. 

Bürger sehen Chance, Trasse zu verlegen

Zum Erreichen der Win-Win-Situation schlagen die Mitglieder von Regini eine Umfahrung der Ortschaft vor. Die Ostbahngleise müssten dafür aus der Ortschaft hinaus verlegt werden. „Wir sollten die Jahrhundertchance nutzen und die Trasse nach außen verlegen“, betont Stasny.  

Mit Bürgermeister Johann Laa (ÖVP) gab es bereits ein Gespräch. „Die Gemeindefrührung unterstützt alle Bürgerinitiativen, die für die Gemeinde etwas erreichen wollen“, betont er. Und: „Wir arbeiten nicht gegen sie, sondern mit ihnen.“ Laa verweist aber auch darauf, dass man in Hinblick auf die Verhandlungen mit manchen Forderungen vorsichtig sein muss. Kontakt wurde auch mit den ÖBB aufgenommen, eine erste Anfrage von Regini wurde bereits beantwortet. 

Es fehlt an Transparenz

Ein Ziel der Bürgerinitiativen ist es, an den Gesprächen am Runden Tisch teilnehmen zu können. Ein Problem sei, dass die Bevölkerung kaum  über das Projekt informiert wird. „Seit drei Jahren wird hinter den Kulissen eine ÖBB-Hochleistungsstrecke Flughafenspange konkret geplant und verhandelt – aber niemand redet mit der betroffenen Bevölkerung“, erklärt VEG-Obmann Karl Havlicek. Auch GEMa-Obmann Milos Matijevic kritisiert die fehlende Transparenz. „Wenn man nicht im inneren Kreis ist, erfährt man erst etwas, wenn man nichts mehr dagegen tun kann“, hält er fest. 

Laut ÖBB-Pressesprecher Christopher Seif laufen derzeit Untersuchungen zum Trassenkorridor. Sind diese abgeschlossen und liegen Planungen vor, sollen die Bürger über das Projekt informiert werden.  Geplant ist auch die Einbindung von Bürgerinitiativen und Bürgern am Runden Tisch, „um gemeinsam die besten Lösungen für die Region zu erarbeiten“.