Gemeinde lehnt Solarprojekt ab. Trautmannsdorfer Gemeinderat hat sich einstimmig gegen Agro-Photovoltaikanlage entschieden.

Von Nicole Frisch. Erstellt am 23. Dezember 2020 (06:22)

Energie auf Feldern zu erzeugen ist ein Projekt, das Joachim Payr vom Unternehmen EWS Consulting vorantreiben möchte. Auf einer zwei bis sechs Hektar großen Fläche im Grenzgebiet zwischen Trautmannsdorf  und Sarasdorf sah er die Möglichkeit, eine Agro-Photovoltaikanlage zu errichten. 

In der letzten Sitzung musste der Gemeinderat entscheiden, ob er dieses Projekt weiterhin begleitet. ÖVP, SPÖ und FPÖ haben sich einstimmig dagegen entschieden. „Der Gemeinderat wollte das nicht. Es ging dabei vor allem um das Landschaftsbild, Verbauung und die Bodenversiegelung“, sagt VP-Bürgermeister Johann Laa. 

In Österreich gibt es derzeit nur eine einzige Agro-Photovoltaik-Anlage. Jene in Guntramsdorf wurde allerdings erst 2019 in Betrieb genommen, viele Erfahrungsberichte gibt es daher noch nicht. Dies sorgte für Skepsis bei den Gemeinderäten. So merkt SP-Obmann Kurt Mandl an, dass dieses Projekt noch nicht „greifbar“ ist. „Es gibt keine Zahlen dazu“, hält er fest.

FP-Obfrau Annemarie Wukits sieht das ähnlich. „Das Ganze ist noch nicht ausgereift, es steckt noch in den Kinderschuhen“, unterstreicht sie. Daher lässt sich ihr zufolge auch nicht sagen, ob diese Anlagen mit den Anbauformen in der Marktgemeinde überhaupt kombinierbar sind. Bereits bei der Infoveranstaltung im September wurden Zweifel über die Kombinierbarkeit von Getreideanbau und Sonnenkollektoren geäußert. Laut Payr ist dies möglich. 

Die Marktgemeinde hat sich für dieses Projekt gut angeboten, da durch den Windpark bereits die notwendige Netzinfrastruktur vorhanden ist. Die Agro-Photovoltaikanlage hätte somit den bereits bestehenden Windpark ergänzt. Zum Schutz des Landschaftsbildes wäre sie unter einer Hochspannungsleitung errichtet worden. „Es tut mir schon leid, dass das nicht funktioniert. Ich glaube, der Standort wäre ideal gewesen“, so Payr.

Die Entscheidung der Gemeinderäte will  die EWS Consulting GmbH respektieren, Druck will man keinen ausüben. Payr glaubt, dass in der Marktgemeinde zu wenig Informationsarbeit geleistet wurde und diese daher noch Zeit brauche. 

Demonstrationsanlage in Bruck soll überzeugen

Eine Demonstrationsanlage in Bruck befindet sich derzeit in der Bewilligungsphase. „Wenn die Anlage in Bruck läuft, können sich alle Gemeinden ansehen, wie die Agro-Photovoltaikanlage in der Praxis funktionert“, hält Payr fest. Er zeigt sich zuversichtlich, dass dies auch andere Gemeinden überzeugen wird. Zudem gibt es laut ihm auch Anfragen von Gemeinden, die bereits selbst aktiv werden wollen.

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