Ökostrom für 125 Haushalte durch Kleinwasserkraftwerk

Der Energiepark Bruck errichtet ein Kleinwasserkraftwerk in Trautmannsdorf.

Erstellt am 02. November 2020 | 04:56
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Foto: NOEN

Die Windkraft wird in der Marktgemeinde schon seit einigen Jahren genutzt, um saubere Energie zu produzieren. Nun soll auch die Wasserkraft zur Energieerzeugung herangezogen werden. Der Energiepark Bruck beginnt Anfang November mit der Errichtung eines Kleinwasserkraftwerks im Mühlbach. 

In gewisser Weise wird damit eine alte Tradition wieder aufgenommen. Bis 1945 hat der Mühlbach nämlich die Seidl-Mühle angetrieben. Diese war lange Zeit eine wichtige Einnahmequelle für die Gemeinde. Zu Kriegsende wurde sie jedoch bei einem Brand zerstört.

Vor drei Jahren ist der Energiepark bei der Suche nach einem geeigneten Platz für ein Wasserkraftwerk auf die Wehrschwelle in der Marktgemeinde gestoßen. Daraufhin wurde ein Nutzungsvertrag mit der Gemeinde geschlossen. „Ich freue mich, als Bürgermeister durch die Errichtung dieses Kraftwerks zum Ausbau der erneuerbaren Energien einen Beitrag geleistet zu haben“, betont VP-Bürgermeister Johann Laa. 

Kleinwasserkraftwerk  ist bereits „baureif“

Die Planung des Projekts ist bereits abgeschlossen, auch alle Genehmigungen wurden eingeholt. Das Kleinwasserkraftwerk ist nun „baureif“, heißt es von Seiten des Energieparks. Mit der Baustelleneinrichtung soll am 2. November begonnen werden.

Bei dem geplanten Kraftwerk kommt eine sogenannte Wasserkraftschnecke zum Einsatz. Laut Energiepark zeichnet sich diese durch „einen sehr effizienten Betrieb bei geringen Fallhöhen aus“. Hinzu kommt, dass diese Wasserkraftschnecke so konzipiert ist, dass sie auch als Fischabstiegshilfe dient. 

Verläuft alles nach Plan, wird das Kleinwasserkraftwerk im August nächsten Jahres in Betrieb genommen. Das Wasserkraftwerk hat eine Leistung von knapp 80 Kilowatt und wird um die 500.000 Kilowattstunden sauberen Strom produzieren. Damit können um die 125 Trautmannsdorfer Haushalte mit Strom versorgt werden.

Die Förderung von erneuerbaren Energien ist vor dem Hintergrund des Klimawandels von besonders hoher Bedeutung. Mit dem Windpark – und künftig auch mit dem Kleinwasserkraftwerk – leistet die Gemeinde bei der Erzeugung von Ökostrom bereits einen Beitrag.

Aktuell wird aber auch eine weitere Form der alternativen Energieerzeugung in Trautmannsdorf diskutiert: die Errichtung einer Agrophotovoltaikanlage. Auf einer zwei bis sechs Hektar großen Fläche im Grenzgebiet zwischen Trautmannsdorf und Sarasdorf könnten Sonnenkollektoren aufgestellt werden.

Ob dieses Projekt umgesetzt wird, ist derzeit jedoch noch offen. Der nächste Schritt ist eine Willenserklärung der Gemeinderäte, ob sie das Projekt weiterhin begleiten wollen (die NÖN berichtete).