Awards für den Herrn der Tse-Tse-Fliegen. Der Wahl-Hofer Udo Feldmann erhielt afrikanischen Wissenschaftspreis – und nun auch den ersten „Hofer Award“.

Von Otto Havelka. Erstellt am 25. Januar 2020 (03:34)
Udo Feldmann vor der Vitrinie mit seinen zwei unerwarteten „Awards“ – dem „Excellence Award der African Union Commission“ und dem eigens kreierten „Hofer Award“.
Havelka

Udo Feldmann lebt seit rund 40 Jahren in Hof, seit sechs Jahren pflegt er als Pensionist seinen Garten.

Doch nun wurde der ehemalige Mitarbeiter und Entomologe der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) in Wien zu einem Star in Afrika gekürt. Er erhielt den „Excellence Award der African Union Commission“. „In Europa wäre das vergleichbar mit der Verleihung eines europäischen Wissenschaftspreises im Namen von Ursula van der Leyen“, erklärt Feldmann.

Der Grund für die hohe Auszeichnung ist hierzulande kaum nachvollziehbar. Feldmann gilt als erfolgreicher Kämpfer gegen die Tse-Tse-Fliegen und damit gegen die Armut in afrikanischen Ländern.

Die Tsetse-Fliege ist in etwa einem Drittel Afrikas verbreitet. 260 Millionen Menschen leben in diesem Gebiet, 500.000 Menschen erkranken jährlich neu und drei Millionen Stück Vieh werden infiziert. Auf der Flucht vor den Fliegen wandern die Bauern in immer höhere Regionen und darunter bilden sich „grüne Wüsten“ – fruchtbare Gegenden, die wegen der Tse-Tse-Fliegen gemieden werden.

In Hof zu Haus: „Excellence Award der African Union Commission“
Havelka

Unter der Koordination von Feldmann wurde die Insel Sansibar innerhalb von vier Jahren von Tse-Tse-Fliegen befreit. Die Methode dafür wurde auch im Labor in Seibersdorf entwickelt, wo Feldmann nach seinem Studium in Bonn landete.

Männliche Tse-Tse-Fliegen werden mit Gamma-Strahlen unfruchtbar gemacht und dann aus einem Flugzeug zu Tausenden über verseuchten Gebieten abgeworfen. Über Wochen durchgeführt, führt das zum Aussterben der Tse-Tse-Fliegen.

Die Verleihung des „Excellence Award der African Union Commission“ ist auch Hofs VP-Bürgermeister Felix Medwenitsch nicht entgangen. Die Gemeinde rief daher einen eigenen „Hofer Award“ ins Leben. Sein erster Empfänger ist Udo Feldmann.