um Ausbau der S7. ÖVP hält Variante für zu teuer und verweist auf gute Busverbindungen.

Erstellt am 29. Mai 2013 (00:00)
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Schnellbahnlinie S7 bis Wolfsthal
NOEN, Josef Rittler
Von Gerald Burggraf

BEZIRK / „Grundsätzlich fordern wir seit Jahren den Ausbau der Pressburger Bahn“, betont SPÖ-Bezirkschefin Christa Vladyka. Nun unternimmt sie einen neuerlichen Vorstoß in diese Richtung. Für Vladyka sei die Verlängerung der S7 vor allem aufgrund des Pendlerverkehrs unumgänglich. Auch die eingleisige Führung der Bahn sei nicht zeitgemäß und gehöre auf zwei Gleise ausgebaut.

Die Variante mit Busverbindungen von Hainburg oder Wolfsthal nach Bratislava bezeichnet sie nur als „Übergangslösung“. Denn durch den neuen Zentralbahnhof in Wien sowie den Fernverkehrsbahnhof am Flughafen hätte der Ausbau der S7 in die benachbarte Slowakei seine Berechtigung.

Sie fordert zudem einen Arbeitskreis im Bezirk, der sich exakt mit diesen Dingen auseinandersetzt. „Man muss auch mit dem Bund darüber sprechen“, so Vladyka. Denn das Projekt befindet sich nicht im ÖBB-Rahmenplan bis 2018, trotzdem hätte sie es gern noch vorher umgesetzt.

Auf ÖVP-Seite gibt man sich ob des SP-Vorstoßes überrascht. „Es ist ja bekannt, dass die alte Trasse nicht dazu geeignet ist, eine Verlängerung bis Bratislava durchzuführen“, so der schwarze Bezirkschef Gerhard Schödinger. Denn die Bahnstrecke würde so nahe an Wohnhäusern vorbeifahren, dass Hochgeschwindigkeitszüge, die dann eingesetzt würden, dort nicht fahren dürften. Zudem wurden in den Jahren 2005/2006 Studien erstellt, die eine S7-Verlängerung in die Slowakei als zu teuer bezeichneten. „Man sprach damals von 80 Millionen Euro“, erinnert sich Schödinger. Die Wahrscheinlichkeit, dass ÖBB oder der Nachbarstaat derart viel Geld in die Hand nehmen, sei unrealistisch.

Schödinger bestreitet zwar nicht, dass es eine sinnvolle Lösung sei, dennoch glaubt er nicht an eine Umsetzung. Zudem halte er die Busverbindungen nicht für eine Übergangslösung, diese werde durchwegs gut angenommen. Darüber hinaus könne man mit den Bussen direkt ins Zentrum von Bratislava fahren, wobei man mit der Bahn erst außerhalb der Stadt am Bahnhof Petrzalka lande.

Auch seitens der Bahn ist ein Ausbau der S7 kein Thema, wie ÖBB-Pressesprecher Christopher Seif betont. Das liege in erster Linie daran, dass die Pressburgerbahn nicht als Hochgeschwindigkeitsstrecke geeignet sei. Dadurch wäre ein Neubau nötig, wodurch aber der lokale Charakter der S7 verloren ginge.