Widerstand gegen Holzschnitzel-Anlage in Hof. Anrainer und Gemeindevertreter wollen geplante Betriebserweiterung der Hackgut Winter GmbH verhindern.

Von Otto Havelka. Erstellt am 19. Dezember 2020 (04:34)
Franz Winter & Felix Medwenitsch
Franz Winter plant eine Erweiterung seines Unternehmens (links).
VP-Bürgermeister Felix Medwenitsch: Bevölkerung will, dass die Gemeinde Einspruch erhebt (rechts).
Havelka

Gut zwei Dutzend Anrainer und Gemeindevertreter aller Fraktionen pilgerten am Montagvormittag in die Kulturwerkstätte, um dort im Rahmen einer behördlichen Verhandlung ihre Einwände gegen das geplante Holzschnitzelwerk der ortsansässigen Hackgut Winter GmbH einzubringen.

Wie die NÖN berichtete, plant das Hofer Paradeunternehmen Winter-Group auf einem knapp 37.000 Quadratmeter großen Grundstück auf einer Ackerfläche am südlichen Ortsrand die Errichtung einer „Abfallbehandlungsanlage samt Zwischenlagerung von Ersatzbrennstoffen, Holzschredder-Siebmaschine und eines Lagerplatzes sowie Einsatz von Radladern und Staplers sowie die Errichtung und der Betrieb weiterer Betriebseinrichtungen.“ - Für Normalverbraucher verständlicher: Hier sollen Holzschnitzel produziert und gelagert werden und dazu ein Betriebsgebäude errichtet werden.

Der Clou an der Sache: Das Projekt wird als „Abfallbehandlungsanlage“ verhandelt, und dafür seien „weder Flächenwidmung noch Raumordnung zu berücksichtigen“, erklärte Verhandlungsleiter Norbert Haring vom Amt der NÖ Landesregierung gleich zu Beginn der Verhandlung.

Einwände stehen auf schwachen Beinen

Und auch die sonstigen Einwände scheinen vorerst auf wackligen Beinen zu stehen.

So etwa der Einwand gegen Geruchs-, Staub- und Lärmbelästigung: Laut Haring müsse eine „unzumutbare Belästigung“ vorliegen. Dies wird nun von Sachverständigen geprüft.

Auch der Einwand gegen steigenden Lkw-Verkehr sei laut Haring kein Kriterium. Bei der Betriebsbewilligung sei nur die „sichere Zu- und Abfahrt“ zur Betriebsstätte entscheidend.

Beim Einwand gegen die zunehmenden Bodenversiegelung, sprich das Opfern von Freiflächen für Betriebsansiedlungen und Wohnbauten sieht es etwas amders aus. Laut Abfallwirtschaftsgesetz ist der Schutz des Bodens und gegebenenfalls des Trinkwassers ein Kriterium. Das Kriterium „Bodenversiegelung“ sei dabei aber nicht explizit zu berücksichtigen.

VP-Bürgermeister Felix Medwenitsch hofft dennoch auf eine gütliche Lösung: „Ich vertrete hier die Hofer Bevölkerung“, stellte er zu den vorgebrachten Einwänden klar. Und die erwarte, dass die Gemeinde gegen das Vorhaben Einspruch erhebe.

Ein Ergebnis der Verhandlungen ist erst in den nächsten Wochen zu erwarten.