Grüne Kritik an massiven Rodungen in Wildungsmauer. Mit Unterschriftenliste wollen die Grünen weitere Abholzung verhindern.

Von Josef Rittler. Erstellt am 10. März 2021 (05:56)
Die Rodungen entlang des Wildbachs haben die Grünen veranlasst, eine Protestaktion zu starten.
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Die Grünen der Gemeinde machen gegen das Abholzen von Bäumen entlang der Wildbachstraße mobil. „Derzeit finden in der Wildbachstraße umfassende Rodungsmaßnahmen statt, weitere sollen folgen“, ist Sprecher Horst Graffi empört. Weder der Gemeinderat noch die Bevölkerung seien informiert worden. „Einige Anrainer hat man vorab in Kenntnis gesetzt, die sind über das wahre Ausmaß der Schlägerungen entsetzt“, berichtet Graffi. Die Grünen fordern nun eine „umfassende Offenlegung der bereits durchgeführten und noch geplanten Maßnahmen“ und den sofortigen Stopp der Schlägerung gesunder Bäume.

Grüne gegen „Baummassaker“: Gemeinderat Horst Graffi.
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Bürgermeister Leopold Zwickelstorfer (VP) soll eine Protestnote übergeben werden, die von den Gemeindebürgern durch ihre Unterschrift unterstützt werden kann. „Bis jetzt haben sich zahlreiche Unterzeichner vor allem aus der betroffenen Katastralgemeinde Wildungsmauer unserem Protest angeschlossen“, sagt Graffi. „Die willkürliche Zerstörung unserer Natur muss ein Ende haben! Als Bürgerinnen und Bürger erwarten wir uns mehr Transparenz im Umgang mit unserem wertvollen Lebensraum.“

Abholzen mit Experten abgesprochen, sagt Bürgermeister Leopold Zwickelstorfer (VP).
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Der angesprochene Bürgermeister sieht keinen Grund für einen Protest. Das Ausholzen sei nicht willkürlich erfolgt, sondern notwendig und mit Experten abgesprochen. „Wir haben bereits im Vorjahr begonnen, den Wildbach zu reinigen“, erklärt Zwickelstorfer. Heuer solle die Reinigung bis zur Donau erfolgen. „Bei der Besichtigung vor den Arbeiten sind wir auf zahlreiche kranke Bäume gestoßen, die eine Gefahr für ihre Umgebung darstellen.“ Zu erwähnen seien etwa ein Befall durch die Waldrebe und verfaulte Wurzelstöcke erkrankter Eschen („Eschensterben“), die Bäume können plötzlich umstürzen.

„Wir haben die Lage mit Fachleuten erörtert und sind zur Erkenntnis gelangt, dass ein Fällen für die weitere Pflege am besten wäre.“ Die gerodete Fläche soll wieder mit geeigneten Bäumen und Sträuchern bepflanzt werden.