Brucks Algenzucht geht wieder in Betrieb. Der holländische Biopflanzen-Züchter Nicolaas Jongerius hat das insolvente Start-Up-Unternehmen gekauft.

Von Susanne Müller. Erstellt am 16. Dezember 2020 (05:55)
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Die Algenzuchtanlage am Ecoplus-Areal und die Forschungsanlage am Szallasweg wurden von Nicolaas Jongerius gekauft. Nun soll das Unternehmen neu durchstarten.
Valentin Brandes

Es war für viele ein Schock, als das vielversprechende Start-Up-Unternehmen „Eparella“, eine 100-Prozent Tochter der Ecoduna AG, im Frühjahr in den Konkurs schlitterte. Die Mikroalgen-Zuchtanlage war mit ihrem neu errichteten, einen Hektar großen Glashaus am Ecoplus-Gelände die erste industrielle Anlage dieser Art. Nach der Insolvenzmeldung im Mai, wurde der Vertrieb Ende Juli eingestellt und die Produktion stillgelegt.

„Ich habe immer gesagt, es war natürlich ein Risiko. Man braucht eben auch ein bisschen Glück. Uns ist die Zeit davongelaufen“, sagt Ecoduna-Aufsichtsratspräsident Herbert Stava.

Interessenten für die Anlage gab es dem Vernehmen nach mehrere. Nun ist der Verkauf unter Dach und Fach. Der Biopflanzen-Züchter Nicolaas Jongerius hat das Unternehmen mitsamt der Forschungsanlage am Szallasweg gekauft. Er will die Algenzuchtanlage wieder in Betrieb nehmen und mit den innovativen Algenprodukten neu durchstarten. „Wie die meisten von uns schon einmal gehört haben, sind Algen für unsere Zukunft enorm wichtig. Es war bis dato international gesehen eine große Herausforderung, Algen in industrieller Größe zu produzieren. Ecoduna hat genau in diesem Feld jahrelange Erfahrung und Erstaunliches erreicht. Gemeinsam mit der Erfahrung unseres Unternehmens, sind wir davon überzeugt, die Problemstellungen in der industriellen Algenzucht lösen zu können“, sagt der neue Eigentümer. Er möchte unter Beweis stellen, dass Algen erfolgreich in industrieller Größe produziert werden können.

Jongerius plant sogar Bau weiterer Anlagen

Die hochwertigen Algen sind nicht nur für Nahrungsergänzungsmittel geeignet, sondern lassen sich auch in Lebensmitteln, Getränken, Kosmetik oder Tierfutter einsetzen.

Der Name des neuen Eigentümers findet sich nun auch im Firmennamen, der nunmehr auf „Jongerius ecoduna GmbH“ lautet. Nach dem ersten Probejahr hat Jongerius sogar vor, nach und nach weitere Anlagen in Österreich und dem Rest der Welt aufzubauen. „Algen international in industrieller Größe zu züchten ist eine Notwendigkeit, um die weltweiten Probleme im Umwelt- und Gesundheitsbereich zu lösen“, so Jongerius. Dafür wolle man auch an neuen Anwendungsgebieten der Algen forschen.

In einem ersten Schritt will sich Jongerius auf den Vertrieb in Europa konzentrieren. Die Produkte werden in der Startphase weiterhin unter der Marke „ecoduna“ laufen. Am Relaunch des Webshops wird derzeit gearbeitet. In Kürze sollen die Produkte auch wieder in Apotheken österreichweit und Plattformen wie shoepping.at oder myproduct.at bestellbar sein. Für den Neustart holte sich der Pflanzenspezialist auch einen Teil des früheren Ecoduna-Teams ins Boot. Geplant ist, die Zahl der Arbeitsplätze Schritt für Schritt zu erhöhen.