„Team für Bruck“ sagt Fest ab. Obmann Wald kritisiert Gemeinde und will „1001 Nacht“ und Kinderflohmarkt streichen.

Von Susanne Müller. Erstellt am 11. März 2020 (04:30)
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Von links: Konrad Wald, Josef Newertal und Ronald Altmann.
Müller

Diesen Donnerstag lädt das neue Unternehmer-Netzwerk „Team für Bruck“ zu einem ersten Treffen mit den Brucker Wirtschaftstreibenden in die Ungarische Krone.

Mit den Vertretern der Stadtgemeinde lief der erste Kontakt in der Vorwoche alles andere als vielversprechend für die künftige Zusammenarbeit. Obmann Konrad Wald hatte sich mit SP-Wirtschaftsstadtrat Josef Newertal zu einem ersten Austausch getroffen. Seinen Eindruck von diesem Gespräch hatte er im Anschluss im Facebook kundgetan – und damit gleich jede Menge Diskussionen ausgelöst. Auch an die NÖN-Redaktion sandte Wald seinen Kommentar über das Gespräch mit Newertal. Und er sparte dabei nicht mit Kritik. Newertal habe „nur 17 Minuten Zeit für die Belange der Unternehmen“ gehabt, nachdem der Gesprächstermin schon seit fast einem Monat immer wieder aufgeschoben worden sei. „In Verkennung der politischen und wirtschaftlichen Ausgangslage und jeden Fehlens von Respekt und Anerkennung des neuen Teams für die Stadt verlief auch das Gespräch entsprechend“, fasste Wald zusammen.

Aus seiner Sicht habe Newertal keine Zusammenarbeit in Aussicht gestellt. „Ihr könnt einen Förderantrag stellen und wenn der Stadtrat und die Stadtregierung gut gelaunt ist, bewilligen wir eine finanzielle Unterstützung – das ist alles, was von Seiten der Stadt zu erwarten ist. Aber nur, nur wenn ihr schön brav seid und mit eurem Knochen spielt, den wir euch hinwerfen“, meinte Wald zynisch. Die Konsequenz, die er daraus zog: Das 1001 Nacht-Fest und der Kinderflohmarkt sollen heuer beide nicht stattfinden.

"Erwarte mir Einsatz vom Wirtschaftsstadtrat"

Er wolle den Spieß umdrehen und warten, bis die Gemeindeführung auf den Verein zukomme. Der neue Verein, der derzeit aus den drei Initiatoren, also Wald selbst, Stadthallen-Chefin Sylvia Tachere und Werner Gsöllpointner besteht, sei „kein Bittsteller“, sondern ein Angebot „von drei Unternehmern, in ihrer Freizeit für die Stadt aktiv etwas zu bewegen“, so Wald.

Unterstützung bekam Wald bald nach seinem Facebook-Eintrag von VP-Stadtrat Ronald Altmann: „Nach mehreren Wochen Wartezeit auf einen Termin, dann Konrad Wald mit einem 17-Minuten-Termin abzuspeisen, ist beschämend. Ich erwarte mir vom Wirtschaftsstadtrat, dass er hier Einsatz zeigt und vor allem, dass die traditionellen Veranstaltungen Kinderflohmarkt und 1001 Nacht wieder stattfinden.“ Bruck sei seit Jahren in einer Wirtschaftskrise. „Ein Geschäft nach dem anderen sperrt zu, sogar im Ecoplus gibt es einen Leerstand“, so Altmann, der meint, von Newertal sei kein Gegenlenken zu erkennen, erinnert Altmann daran, dass 2019 keine Förderungen für die Wirtschaft geflossen sind. „Und jetzt tritt man den neu gegründeten Verein mit Füßen“, meint Altmann.

SP-Wirtschaftsstadtrat Josef Newertal betont, er habe Wald sehr wohl die Unterstützung der Stadt angeboten. Voraussetzung sei dafür nun einmal ein Förderansuchen, das vom Gemeinderat behandelt und genehmigt werden müsse. Für die Auszahlung von Förderungen sei außerdem ein Nachweis über die Tätigkeit des Vereins nötig. „Herr Wald hat in seinem Posting klar gemacht, was er von den vielen tüchtigen Brucker UnternehmerInnen hält. Die Brucker ÖVP hat sich offenbar dieser Meinung angeschlossen“, sagt Newertal. Dass die Situation in der Innenstadt „seit Jahren, wenn nicht Jahrzehnten“ herausfordernd sei, sei richtig. „Wir versuchen, dennoch Maßnahmen zu setzen, wie zum Beispiel die Etablierung von weiteren Restaurants. Da wird sich im ersten Halbjahr in Bruck und Bruckneudorf etwas tun“, so Newertal.