Brucker Gemeinderat will Thema Stadthalle angehen. Gemeinderat einigt sich darauf, mit den Vorarbeiten für neue Stadthalle zu beginnen.

Von Susanne Müller. Erstellt am 18. September 2019 (04:13)
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Die Stadthalle wurde zwar gerade erst neu verpachtet. Langfristige Lösung ist sie für die Stadt als Veranstaltungszentrum aber keines.

Erst im Juni war die Stadthalle neu verpachtet worden. In der Vorwoche wurde die Neueröffnung gefeiert. Der Gastrobetrieb, der sich im Eigentum der Stadt befindet, ist gebäudetechnisch bereits seit geraumer Zeit kein Aushängeschild mehr. Auch wenn immer wieder in einzelnen Bereichen investiert wurde, so ist das Gebäude doch merklich in die Jahre gekommen.

Wie sich nun im Zuge der Arbeiten für die Neueröffnung herausstellte, ist es aber in noch schlechterem Zustand, als man angenommen hatte. „An der Bausubstanz und an den fix verbauten Einrichtungen sind umfangreiche Erhaltungsarbeiten nötig“, erklärte SP-Bürgermeister Gerhard Weil im Gemeinderat. Rund 60.000 Euro müssen demnach sofort in die Halle gesteckt werden. Die unerwartete Ausgabe soll aus dem Wertpapier-Depot der Stadt bezahlt werden.

Dass man in der jetzigen Situation wohl nicht um die Sanierung herumkommen werde, darüber waren sich im Gemeinderat alle Fraktionen einig. Von der ÖVP kam allerdings ein Zusatzantrag. „Die Stadthalle ist ein schwer kranker Patient, wenn sie nicht sogar schon im Koma liegt“, drückte VP-Sprecher Ronald Altmann den Zustand des Gebäudes bildlich aus.

Für Veranstaltungen ab einer gewissen Größenordnung gibt es in Bruck allerdings derzeit keine Alternative. Deshalb sei es höchst an der Zeit, sich über einen künftigen Ersatz für die Halle Gedanken zu machen, plädierte Altmann dafür, eine Arbeitsgruppe zu gründen, die sich damit beschäftigen soll. „Wenn wir jetzt beginnen, haben wir frühestens in fünf Jahren eine neue Location“, so Altmann. Und so lange läuft auch der derzeitige Vertrag mit der neuen Pächterin Sylvia Tachere in der Stadthalle.

„Wir müssen endlich Nägel mit Köpfen machen.“ ÖVP-Stadtrat Alexander Petznek

Von SP-Bürgermeister Gerhard Weil wurde vorerst Ablehnung signalisiert. Das Thema sei nicht Bestandteil der Tagesordnung. Außerdem gäbe es bereits eine Arbeitsgruppe, in der alle Fraktionen vertreten sind, nämlich jene für die Stadtentwicklung, die SP-Stadtrat Josef Newertal untersteht. Weil sprach sich dafür aus, das Thema dort zu behandeln. „Wenn ein Projekt ausgearbeitet ist, dann kann es von dort dem zuständigen Gemeinderatsausschuss zugewiesen werden“, so Weil.

VP-Stadtrat Alexander Petznek wies noch einmal mit Nachdruck auf die Notwendigkeit einer neuen Halle hin und betonte: „Wir müssen endlich Nägel mit Köpfen machen.“ Eine eigene Arbeitsgruppe sei seiner Ansicht nach flexibler. Schließlich gehe es ja auch darum, sich etwaige Positiv-Beispiele in anderen Gemeinden anzusehen. Außerdem würde es vielleicht auch Sinn machen, die Planung mit Bruckneudorf abzustimmen.

Letzterem pflichtete auch Grün-Gemeinderat Roman Kral bei: „Wir haben ja bereits in der Stadterneuerung einen Grundsatzbeschluss für ein gemeinsames Veranstaltungszentrum mit Bruckneudorf gefasst.“

Der Stadtchef blieb bei seiner Meinung, dass das Thema in der Arbeitsgruppe Stadtentwicklung am besten aufgehoben sei.

Letztendlich einigte man sich also darauf, dort darüber zu beraten. Vorsitzender Josef Newertal versprach, dafür baldigst einen Termin festzulegen.