Feuerwehr Stixneusiedl betrogen. 73-jähriger Händler kassierte aus Stixneusiedl fast 7.000 Euro für neue Abschleppachse – geliefert hat er nie. Nun stand der Mann wegen Betrugs vor Gericht.

Von Christian Pfeiffer. Erstellt am 31. März 2021 (05:04)
Eine Abschleppachse für Unfallfahrzeuge wie diese aus dem Fuhrpark der Feuerwehr Schwechat ist schwer zu bekommen.
FF Schwechat, FF Schwechat

„Es zählen Prinzipien wie: Schnelligkeit - Zuverlässigkeit und faire Preise“, so die Werbung eines 73-Jährigen auf dessen Homepage zum Vertrieb von Abschleppachsen. Zumindest zwei dieser Qualitätsmerkmale zweifeln die Feuerwehren in Stixneusiedl und Mannswörth an. Sie schlossen mit dem Mann im April 2019 beziehungsweise Juli 2020 Verträge über die Lieferung je eines elektro-hydraulischen Rangier- und Abschleppgerätes ab. Vereinbart war eine Lieferzeit von acht bis zehn Wochen.

Stixneusiedl überwies umgehend 6.720 Euro, Mannswörth zahlte 7.000 Euro bar, da so die Abwicklung beschleunigt werden könnte. Davon konnte aber keine Rede sein, Geräte wurden nie geliefert – die Feuerwehren erstatteten Anzeige wegen Betrugs. Am Landesgericht Korneuburg hatte der Angeklagte nur eine einzige Erklärung parat – Corona.

Von der Bestellung im April 2019 bis zum ersten Corona-Fall in Österreich im Februar 2020 wären zehn Monate Zeit gewesen, den Auftrag zu erfüllen, wandte jedoch Richter Martin Bodner ein. Der Mann, der in einem Männerwohnheim lebt, konnte auch keinerlei Nachweis erbringen, was mit den Anzahlungen, die angeblich in Material und eine Vorauszahlung an eine Firma in Polen geflossen sind, passiert ist.

Bei einer Namensabfrage des 73-Jährigen durch den Richter wies das System 384 Gerichtsverfahren auf, alleine fünf A4-Seiten an Exekutionsverfahren. „Sie sind pleite“, sagte Bodner dem Mann auf den Kopf zu, dem das Ausmaß seiner Probleme nicht ganz bewusst sein dürfte.

Das betraf auch den Vorwurf wegen Sachbeschädigung an drei Garagen in Hausleiten (Bez. Korneuburg) – diese gehörten dem Angeklagten, deren Inhalt wurde aber zum Zeitpunkt der Tat zwangsversteigert. In diesem Fall gab es für den Richter noch offene Fragen, daher wurde die Verhandlung vertagt, um einen weiteren Zeugen zu hören. Die Forderung von 13.720 Euro seitens der geschädigten Feuerwehren akzeptierte der Mann: „Ist halt leider so.“