Mannersdorf: Aus für Sammeltaxi nach drei Jahren. Die Fahrten mit dem Sammeltaxi gingen zuletzt immer mehr zurück. Die Kosten dafür sind nun zu hoch geworden.

Von Nicole Frisch. Erstellt am 03. August 2020 (05:10)
Mit Kurzarbeit und abgemeldeten Autos sowie Besorgungsfahrten für Stammkunden versuchen die heimischen Taxiunternehmen die aktuellen Umsatzrückgänge zumindest ein wenig abzufedern.
Shutterstock/Jaromir Chalabala

 Für lediglich zwei Fahrten wurde das Anruf-Sammeltaxi Leithaberge (AST) zwischen April und Mai gerufen, 30 waren es zwischen Dezember und Februar. Sowohl für die Stadtgemeinde als auch das Hofer Taxiunternehmen von Franz Müllner, das die Fahrten durchführte, ist das zu wenig. Das Sammeltaxi wurde ab sofort eingestellt, so SP-Stadtchef Gerhard David. Darauf hat sich der Gemeinderat geeinigt. Au und Hof sind bereits 2019 abgesprungen.

Der Betrieb des AST wurde im September 2017 aufgenommen. Damit sollten die Anschlüsse zwischen den Gemeinden Au, Hof und Mannersdorf zum Bahnhof Götzendorf verbessert werden. Wollte man beispielsweise zum Bahnhof, wenn kein VOR-Bus fuhr, konnte man das AST rufen. 

Dass die Zahlen der Fahrten zuletzt so niedrig waren, mag wohl auch an den Auswirkungen des Coronavirus liegen. Probleme gab es aber auch schon davor. Bereits ein Jahr nach Inbetriebnahme wurde die zu geringe Auslastung beklagt. Am häufigsten nutzten es die Mannersdorfer. „Am Anfang war es gut, dann wurde es immer weniger. Es wurde auch keine Werbung gemacht“, erklärt Taxiunternehmer Müllner. Er hatte einen eigenen Chauffeur nur für das AST abgestellt. Diesen habe er natürlich bezahlen müssen, auch wenn keine Fahrten durchgeführt wurden. „Ich habe mehr Defizit als Fahrten gemacht“, betont Müllner.

Auch für die Stadtgemeinde war der Kostenpunkt am Ende ausschlaggebend. Nachdem Au und Hof ausgestiegen sind, mussten  die Kosten in Höhe von rund 9.000 Euro pro Jahr alleine gestemmt werden. „Wir haben es alleine probiert, aber wenn es nicht angenommen wird, macht es keinen Sinn“, unterstreicht David.