Ganze Brucker Siedlung ist ab sofort eine 30er-Zone. In Feldgasse und Teichgasse wie auch im gesamten angrenzenden Siedlungsgebiet heißt es „runter vom Gas“.

Von Susanne Müller. Erstellt am 08. August 2018 (05:15)
Müller
Bürgermeister Richard Hemmer und Franz Gutdeutsch vom Bauhof verweisen auf das neue „30er-Zone“-Schild in der Feldgasse.

Seit Jahrzehnten wird über die Einführung einer Tempo-30-Beschränkung in der Teichgasse diskutiert. Jetzt hat die Debatte ein Ende. SP-Bürgermeister Richard Hemmer hat per Verordnung sowohl die Teichgasse als auch die Feldgasse und alle Straßen im angrenzenden Siedlungsgebiet zur 30er-Zone erklärt. Die entsprechenden Schilder wurden bereits aufgestellt.

„Die Feldgasse war von der Breite her sowieso problematisch“, erklärt Hemmer. Immer wieder habe es Beschwerden der Anrainer gegeben, dass dort zu schnell gefahren werde – insbesondere wenn auf beiden Seiten Autos parken. „Dadurch ergibt sich ein geschlossenes Gebiet, in dem nun Tempo 30 gilt“, so Hemmer – nämlich von der Fischamenderstraße bis zur Alten Wienerstraße.

"Es gäbe auch die logischen Schritte, die anzugehen wären"

Mit der 30er-Zone sei ein erster Schritt in Richtung Umsetzung des Verkehrskonzepts getan. Darin habe man sich klar zur Verkehrsberuhigung in den Siedlungsgebieten bekannt. Ansonsten sei das Verkehrskonzept nach wie vor nicht fertig. Es gebe „sehr viel Grundlegendes“, wie den Radwege-Ausbau, den Öffi-Ausbau oder eben die Verkehrsberuhigung. Die Daten und Empfehlungen des Kuratoriums für Verkehrssicherheit liegen bereits vor. „Es gäbe auch die logischen Schritte, die anzugehen wären“, lässt Hemmer unverkennbar im Raum stehen, dass VP-Verkehrsstadtrat Peter Zemann dies aber bisher verabsäumt habe. Zemann war bis zuletzt auch einer derjenigen, die Tempo 30 in der Teichgasse abgelehnt haben.

„Das ist ein Alleingang des Bürgermeisters, im Verkehrsausschuss wurde das von uns abgelehnt“, betont Zemann auch jetzt, dass er und seine Partei damit keine Freude haben. „Das ist traurig und zeigt die Art und Weise, mit der hier vorgegangen wird“, mein Zemann. Aus seiner Sicht sei die Teichgasse mit ihren rund 950 Metern zu lang für eine 30er-Beschränkung. „Das ist unzumutbar. Die Teichgasse ist eine Durchzugsstraße, das ist zur Kenntnis zu nehmen“, so Zemann. Zudem hätten Erhebungen gezeigt, dass die Durchschnittsgeschwindigkeit in der Teichgasse ohnehin nur 40 Kilometer pro Stunde betrage.

„In dem Gebiet wohnen sicher 1.000 Menschen. Die sind jetzt gezwungen, bei jeder Fahrt den 30er zu fahren. Etliche haben damit überhaupt keine Freude“, ist Zemann überzeugt.

Ansonsten sei er gerne bereit, weitere Maßnahmen anzugehen. Als Erstes würde er die Schulgasse wieder öffnen, um „die Innenstadt zu entlasten“. Aber: „Wenn im Budget nichts dafür vorgesehen ist, tut es mir leid.“

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