Viele Daten und noch mehr Anregungen. Die Ergebnisse der Messungen des Kuratoriums für Verkehrssicherheit wurden der Bevölkerung präsentiert.

Von Susanne Müller. Erstellt am 23. November 2016 (02:09)
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Die Kreuzung der Wienergasse mit dem Raiffeisengürtel ist einer der Knackpunkte, die oft für Stau sorgen. Müller

Es ist ein umfangreiches Datenmaterial, das der Stadt seit Kurzem vorliegt. Das Kuratorium für Verkehrssicherheit hat die Erhebungen der Verkehrsströme im Gemeindegebiet abgeschlossen und die Ergebnisse am Montagabend im Stadttheater präsentiert.

Vor einer recht kleinen, dafür aber umso interessierteren Zuhörerschar erläuterte Michael Zischka vom Kuratorium die Messmethoden und gewährte erste Einblicke in die Ergebnisse, die nun die Basis für die Erstellung eines neuen Verkehrskonzepts bilden sollen.

Herausgearbeitet wurden dabei unter anderem unfallauffällige Bereiche, also jene Stellen, an denen in den letzten fünf Jahren mehr als drei Unfälle mit Personenschaden passiert sind. Einmal mehr aufgezeigt wurden dabei auch die bereits bekannten Unfallhäufungsstellen, nämlich der Kreisverkehr Pachfurth erstraße und die A4-Anschlussstelle.

Größtes Verkehrsaufkommen auf der B1

Die Verkehrszählungen selbst brachten umfangreiches Zahlenmaterial, das im Zuge der Konzept-Erstellung noch im Detail durchleuchtet werden soll. Erwartungsgemäß wurde das größte Verkehrsaufkommen auf der B10 mit bis zu 15.000 Fahrzeugen in 24 Stunden und am Raiffeisengürtel mit bis zu 13.000 Fahrzeugen gemessen. Als auffallend hoch erwies sich gleichermaßen die Zahl der Fahrzeuge (6.500 in 24 Stunden) und Fußgänger am Hauptplatz.

„Und das bis in die Nachtstunden“, zeigte sich Zischka überrascht. Auffallend sei hier vor allem, dass die Fußgänger „alle Flächen nutzen, auch die Fahrbahn“, so Zischka. Einen genauen Blick warfen die Experten vom Kuratorium auch auf die öffentlichen Verkehrsmittel. „Unsere Erhebung kommt zu ähnlichen Ergebnissen wie frühere Befragungen“, so Zischka.

Während die Abdeckung des Zentralbereichs zwischen Bahnhof und Gymnasium mit Buslinien und die Zuganbindung der Stadt generell für gut befunden wurden, gibt es doch noch einigen Verbesserungsbedarf. „Einzelne Siedlungsbereiche sind überhaupt nicht abgedeckt“, nennt Zischka ein Beispiel. Aber auch der Bahnhof in Wilfleinsdorf sei mit dem Bus kaum erreichbar. Ähnliches gilt für das Eco Plus-Gelände oder das Freizeitzentrum.

Wichtige Ziele für Radfahrer gut erreichbar

Sehr detailliert erhoben wurde auch die Situation für Radfahrer. „Das Rad ist in Bruck ein alltägliches Verkehrsmittel“, meinte Bernd Hildebrandt vom Kuratorium, der die Erhebungen durchführte und dafür unter anderem einen ganzen Tag lang das Brucker Radwegenetz abradelte. Die Abdeckung mit Radwegen und deren Qualität wurde dabei großteils als sehr gut eingestuft.

„Wichtige Ziele sind gut erreichbar“, so Hildebrandt. Verbesserungsbedarf gebe es vor allem bei der Anbindung des Eco Plus-Geländes und des Industriegeländes West. Nachbessern könnte man auch bei einigen Abstellanlagen und Querungsstellen.

Die anschließende Gelegenheit, Anregungen und Ideen für die Erstellung des Verkehrskonzepts zu deponieren, wurde von den Zuhörern reichlich genutzt (siehe Zitatbox rechts).