„Hundesheriffs“ fehlt noch der letzte Schliff

Erstellt am 11. April 2018 | 05:45
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Wer die Exkremente seines Vierbeiners nicht wegräumt, muss von den Hundesheriffs darauf hingewiesen werden. Weigert er sich dennoch, droht eine Anzeige.
Foto: Shutterstock/Saklakova
Der Grundsatzbeschluss steht schon seit dem Vorjahr. VP kritisiert fehlende Umsetzung. Die gestaltet sich aber gar nicht einfach.
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Die Problematik ist bekannt: Vor allem in der Innenstadt muss man in so mancher Gasse auf jeden Schritt achten, damit man nicht versehentlich in einen Hundehaufen tritt.

Schon im Juni des Vorjahres beschloss die Stadt daher, dagegen vorzugehen. Laut Grundsatzbeschluss des Gemeinderats sollen via Verordnung Hundesheriffs eingesetzt werden. Für Hundehalter, die den Kot ihrer Vierbeiner nicht ordnungsgemäß wegräumen, soll es also Strafen setzen. Nur: Die Hundesheriffs gibt es bis jetzt nicht.

Es funktioniert in anderen Gemeinden und es wird auch bei uns funktionieren.“ Stadtamtsdirektor Matthias Hirschmann

Von VP-Sprecher Ronald Altmann kam deshalb nun Kritik: „Die angekündigten Hundesheriffs sind nach einem Dreivierteljahr noch immer nicht umgesetzt. Wieder ein Beispiel für den ‚Ankündigungskaiser‘ Hemmer“, attackiert Altmann den Bürgermeister. SP-Stadtchef Richard Hemmer betont: „Die Absicht, die Hundesheriffs zu installieren, gibt es nach wie vor“, allerdings gebe es bei der Umsetzung noch einige Fragen zu klären.

Konkretes dazu weiß Stadtamtsdirektor Matthias Hirschmann, der sich seit geraumer Zeit mit der Thematik herumschlägt. Der Verordnungstext, der dem Gesetz entnommen sei, liefere nämlich nicht auf alle Fragen eindeutige Antworten. „Das Prozedere ist nicht ganz klar“, erklärt Hirschmann. Eine der Schwierigkeiten aus seiner Sicht sei, dass der Hundesheriff ja selbst nicht strafen, sondern nur Anzeige erstatten könne. „Beobachtet er eine Person, die eine Verwaltungsübertretung begeht (einen Hundehaufen nicht wegräumt, Anm.), kann er lediglich darauf aufmerksam machen“, so Hirschmann.

Werde nicht Folge geleistet, habe der Hundesheriff das Recht und auch die Pflicht, die Personalia des Hundehalters zu verlangen. Weigert sich der, dann tut es auch die Nummer der Hundemarke. „Das stelle ich mir in der Praxis nicht immer einfach vor“, so Hirschmann. Darüber hinaus müsse der Sheriff laut Gesetzestext über gewisse Kenntnisse verfügen. „Welche das sind, ist unklar“, so Hirschmann. Um zu klaren Vorgaben zu kommen, hat er bereits mit Melk und Mödling Kontakt aufgenommen. Dort gibt es ein derartiges Hundesheriff-System bereits. „Dort gab es übrigens noch keine einzige Strafe“, so Hirschmann, der sich zuversichtlich zeigt: „Es funktioniert in anderen Gemeinden und es wird auch bei uns funktionieren.“ Eine Liste mit Freiwilligen gebe es bereits.

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