Stadtgraben wird geöffnet. Der historische Graben an der Stadtmauer soll beim Raiffeisengürtel nun endlich öffentlich begehbar gemacht und mit Sitzgelegenheiten ausgestattet werden.

Von Susanne Müller. Erstellt am 09. Oktober 2019 (04:35)
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Derzeit ist der Abgang zum Stadtgraben noch gesperrt. In den nächsten Wochen soll sich das ändern.

Es wurde als das innovativste Projekt im ganzen Stadtentwicklungskonzept gefeiert: Der Brucker Stadtgraben sollte dem Stadtkern zu einer neuen Belebung und optischen Aufwertung verhelfen und zum neuen Freizeitareal für alle Generationen werden.

Erarbeitet wurde das Konzept in einem viel gelobten Bürgerbeteiligungsmodell. Die Planung, deren Ergebnis bei der Präsentation im November 2014 regen Zuspruch fand, führte das Ziviltechniker-Büro „Die Landschaftsplaner.at ZT GmbH“ durch. Dann wurde es still um das Projekt. Verzögerung folgte um Verzögerung, bis es letztendlich zum politischen Spielball und aus Kostengründen für Jahre auf Eis gelegt wurde, bevor man es ganz für tot erklärte.

Weil will Versprechen jetzt umsetzen

SP-Bürgermeister Gerhard Weil versprach dann bei seinem Amtsantritt im September des Vorjahres, dass der Stadtgraben zumindest für die Bevölkerung geöffnet werden soll. Schließlich gibt der historische Graben auch ganz ohne großen Aufwand eine Naherholungszone in der Stadt ab. Nun ist es so weit. „Die Mitarbeiter des Bauhofs haben notwendige Sicherungsarbeiten durchgeführt und den Rasen gemäht“, berichtet Weil. In den nächsten Wochen sollen im Graben Sitzgelegenheiten etabliert werden und der Abgang vom Raiffeisengürtel soll möglich gemacht werden.

Bei der ÖVP hält sich die Euphorie in Grenzen. VP-Klubsprecher Ronald Altmann kritisiert man vor allem, wie lange sich das ganze Vorhaben schon hinzieht. „Das war 2014 ein Wahlzuckerl. Bürgermeister Weil hat die Öffnung 2018 als seine erste Tat angekündigt, jetzt hat es über ein Jahr gedauert, bis da etwas passiert“, so Altmann.