Stadtrat (25) als Coronafall im Brucker Gemeinderat. Kulturstadtrat Swen Tesarek (SPÖ) ist an Covid erkrankt. Bevor er das wusste, war er allerdings noch bei der Gemeinderatssitzung.

Von Susanne Müller. Erstellt am 23. Oktober 2020 (16:45)
Brucks Kulturstadtrat Swen Tesarek hat nach wie vor Symptome.
Susanne Müller

Für viele fühlt sich das Coronavirus vielleicht noch fern an, weil in ihrer unmittelbaren Umgebung noch niemand daran erkrankt ist. Wie schnell es gehen kann, dass das Virus ganz real wird, das erlebten die Mitglieder des Brucker Gemeinderats und einige Besucher der letzten Gemeinderatssitzung nun.

Wie sich einige Tage nach der Sitzung herausstellte, hatte sich nämlich SP-Kulturstadtrat Swen Tesarek mit dem Virus infiziert. Als die NÖN am Freitag mit ihm telefonierte, klang Tesarek nach wie vor nicht gut. „Ich fühle mich schlapp, habe Fieber, Schnupfen und Husten“, erzählt der 25-Jährige, dass die Symptome noch immer deutlich zu spüren sind.

„Es ist alles sehr schleichend gekommen“

Einen Unterschied zu einer ganz normalen Erkältung hätte er am Anfang nicht ausmachen können. Bei der Sitzung sei auch noch alles in Ordnung gewesen, erste Symptome habe er erst zwei Tage danach verspürt.

„Es ist alles sehr schleichend gekommen“, erinnert sich Tesarek. Als er am Samstag erfuhr, dass ein Freund von ihm, mit dem er länger Kontakt gehabt hatte, positiv auf das Coronavirus getestet worden war, sei er am Sonntag nach Münchendorf in die Drive-In-Teststraße gefahren.

„Ab dem Zeitpunkt als ich das positive Testergebnis hatte, waren auch die Symptome schon deutlich schlimmer“, erzählt Tesarek. Auffällig sei etwa, dass der Geruchs- und Geschmackssinn nach wie vor „nicht vorhanden“ sei.

Nachdem der Test Gewissheit gebracht hatte, habe er ein Kontaktformular von der Gesundheitsbehörde erhalten. „Das habe ich nach bestem Wissen und Gewissen ausgefüllt. Da kamen schon gut 50 Kontakte zusammen“, so Tesarek. Über 30 davon gehören dem Brucker Gemeinderat an. Sie wurden in Abstufung in Hoch- bzw. Niedrig-Risiko-Kontaktpersonen eingeteilt, je nachdem wie viel Kontakt sie mit Tesarek gehabt hatten.

Einige Stadträte der SPÖ mussten sich als Hoch-Risiko-Kontaktpersonen in Quarantäne begeben und sich ebenfalls testen lassen. Bisher dürfte dabei aber noch kein Ergebnis positiv ausgefallen sein. „Auch meine ganze Familie hat sich testen lassen. Sie waren auch alle negativ“, erzählt Tesarek, dass etwa auch seine Eltern für zehn Tage in Quarantäne mussten.