Neue Gesellschaft soll Kultur beleben. Bruck soll sich als lebendige Kulturstadt etablieren. Das Vorhaben soll an eine Ges.m.b.H. ausgegliedert werden und wirft viele Fragen auf.

Von Otto Havelka. Erstellt am 22. Januar 2020 (04:34)
Vorbild „Theatermeile“: Kulturveranstaltungen an ungewöhnlichen Orten. Im Bild: Ensemble der Brucker Bühne vor dem Schloss Prugg.
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„In Bruck ist ja nichts los.“ – Mit diesem oft gehörten Vorurteil wollen nun SP-Kulturstadtrat Swen Tesarek und der Leiter der Theatergruppe „Ensemble 83“ sowie Mitbegründer der „Brucker Theatermeile“ Thomas Mayer aufräumen.

Thomas Mayer will Synergien nutzen und niemandem was wegnehmen.
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Das Konzept dafür wurde von Mayer im Rahmen der Kulturbeiratssitzung vorgestellt. Geplant ist laut Mayer die Gründung einer Ges.m.b.H., die Kulturaktivitäten in der Stadt koordinieren und unterstützen soll. Für das laufende Jahr sind dafür immerhin 25.000 Euro an Budgetmittel vorgesehen, bestätigt Tesarek. Einen Teil davon soll Mayer „nach einer Aufbauphase“ als künftiger Geschäftsführer der Ges.m.b.H. erhalten.

„Wir wollen das Kulturleben in der Stadt auf eine größere Ebene bringen“, erklärt Mayer, „ohne den Vereinen etwas wegzunehmen.“

Das hehre Vorhaben hat freilich seine Tücken. Noch relativ einfach ist der Programmpunkt „Nutzung von Synergien“ zu lösen. „Viele Vereine verfügen über Ressourcen, die andere brauchen könnten“, erklärt Mayer. Der eine habe eine Tonanlage, der andere ein Equipment für Beleuchtung und nicht zuletzt verfüge der Bauhof über eine Menge Inventar, das für Veranstaltungen benötigt wird. „Diese Ressourcen zu koordinieren kann für die Vereine eine wesentliche Entlastung sein“, weiß Mayer. Schwieriger wird es schon, wenn es um die Vermarktung von Veranstaltungen geht. Mayer kann sich die Schaffung einer Dachmarke nach dem Motto „Kultur Bruck“ vorstellen, unter der die einzelnen Kulturaktivitäten beworben werden. Das stößt allerdings nicht überall auf Gegenliebe. Einige Vereine fürchten, dass sie und ihr Engagement damit unter die Räder kommen.

Vorerst verspricht Kulturstadtrat Tesarek 32 neue Plakatflächen, um das Kulturangebot in der Stadt besser bewerben zu können.

SP-Kulturstadtrat Swen Tesarek will Kulturleben der Stadt aktivieren.
Müller

Noch ein Stück komplizierter wird es, wenn es darum geht, neue Veranstaltungsformate zu kreieren. Laut Mayer wäre es sinnvoll, etwa Theater- oder Konzertveranstaltungen mit einer Ausstellung zu kombinieren. Auch die Erschließung neuer Event-Locations, etwa im Harrachschen Schloss, würde für mehr Attraktivität sorgen.

„Noch keinen konkreten Plan“ hat Mayer, wie externe Veranstalter in das Konzept eingebunden werden sollen. Denn jenseits der örtlichen Vereine bereichern auch etwa das „Theater Jugendstil“, das „Wiener Operettenensemble“ und auch die Haydnregion Niederösterreich mit zahlreichen Veranstaltungen das Brucker Kulturleben.

„Man darf sich im ersten Jahr keinen großen Wurf erwarten“, tritt Mayer auf die Bremse. Wir sind erst dabei, die ersten Schritte zu setzen.“

Konkret wurde vorerst ein „Kernteam“ ins Leben gerufen. Diesem gehören unter anderen Kulturstadtrat Tesarek, der Ex-Obmann des Kulturzentrums „erbse“, und Grünen-Chef Roman Kral, die Leiterin der Musikschule Serafia Myriknopoulou und Vertreter der „Brucker Bühne“ an. Sie sollen innovative Ideen zusammentragen. Diese werden dann dem Kulturbeirat präsentiert. Ob sie dann auch gemeinschaftlich umgesetzt werden, steht derzeit noch nicht fest.

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