Vogelparadies ist noch ein Geheimtipp. / Die ehemaligen Absetzbecken der Zuckerfabrik Bruck sind ein wenig bekanntes Paradies für 120 Vogelarten.

Von Otto Havelka. Erstellt am 25. Juni 2014 (09:09)
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Altbürgermeister Franz Schmitzhofer auf Erkundungstour im Naturschutzgebiet Batthyanyfeld.
Samstag, zehn Uhr Vormittag: Altbürgermeister Franz Schmitzhofer rückt – ausgerüstet mit Gucker, Fernglas und Stativ – zum Lokalaugenschein ins „Batthyanyfeld“ aus. Das rund 30 Hektar große Areal zwischen Leitha und Leithakanal umfasst die vier Absetzbecken der ehemaligen Zuckerfabrik und gilt bei Ornithologen als „besonders sehenswert“. An die 120 Vogelarten wurden hier erfasst. Viele von ihnen bringen um diese Jahreszeit ihre Jungen zur Welt. Hier gibt es Silber- und Purpurreiher, Sperber und Rohrweihen, seltene Entenarten, Schwäne und Kranichvögel.

Das war nicht immer so. Nach der Schließung der Zuckerfabrik 1986 wuchsen die Becken mit Schilf und Stauden zu. Knapp zehn Jahre später und nach einigen Polit-Scharmützeln gründete sich 1995 unter Schmitzhofer der „Verein zur „Pflege des Naturschutzgebietes Batthyanyfeld Leithaauen“. Drei Jahre später wurde das Gebiet per Verordnung der Landesregierung zum Naturschutzgebiet erklärt. Während Ornithologen regelmäßig zu Exkursionen nach Bruckneudorf pilgern, ist das Vogelparadies in der Öffentlichkeit noch kaum bekannt. Schmitzhofer findet das gut so: „Damit bleibt das Gebiet weitgehend unberührt und die Vogelwelt wird nicht gestört.“

Dennoch machen sich bei Schmitzhofer Sorgenfalten breit: Das Schilf wächst die Becken immer mehr zu. Freie Wasserflächen werden rar. „Aber das Ernten und Entsorgen des Schilfs ist teuer“, sagt Schmitzhofer.