Bruck plant eine eigene Impfstraße ab April. Stadtgemeinde ruft medizinisches Personal und sonstige Freiwillige zur Mithilfe auf. Start soll Mitte April in der Teststraße im Stadttheater sein.

Von Susanne Müller und Gerald Burggraf. Erstellt am 17. März 2021 (05:55)
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In Bruck will man nichts dem Zufall überlassen, was die Corona-Impfungen angeht. Seit einigen Tagen wird daher an der Einrichtung einer eigenen Impfstraße im Stadttheater gearbeitet. „Geplant ist ein Start Mitte April“, erklärt Bürgermeister Gerhard Weil (SPÖ).

„Eigentlich war die Einrichtung von Impfstraßen schon im Jänner geplant“, erinnert sich Weil. Dann sei letztendlich doch die Entscheidung gefallen, zumindest vorerst in den Ordinationen der niedergelassenen Ärzte zu impfen. In Bruck impfen derzeit die praktischen Ärzte Gernot Wehsner, Elisabeth Leonardelli und Rudolf Paltram. „Die sind schon ziemlich ausgelastet“, weiß Weil.

Ohne Impfstoff hilft die beste Impfstraße nichts.“ hofft Bürgermeister Gerhard Weil, dass bald ausreichend Impfstoff zur Verfügung steht.

In der Vorwoche habe es zudem einen Anlassfall gegeben, der die Stadtgemeinde nun dennoch dazu bewegt hat, sich um die Einrichtung einer Impfstraße zu bemühen. „Es hat plötzlich geheißen, wir können übriggebliebenen Impfstoff aus Tirol haben“, erzählt Weil. Dafür hätte die Stadt jedoch binnen 24 Stunden eine Impfstraße einrichten müssen. Das sei schlicht in der kurzen Zeit nicht zu schaffen gewesen. Immerhin benötige man sechs Ärzte oder diplomiertes Pflegepersonal und zusätzliche Freiwillige, um eine Impfstraße effizient zu betreiben. Also will man nun mit entsprechendem Vorlauf für eine gute Organisation sorgen. „Das medizinische Personal ist das größte Problem“, so Weil.

Die Mitarbeiter des Roten Kreuzes seien mit den Teststraßen und ihrem regulären Betrieb ausgelastet. Also habe man nun einen Aufruf in der Ärzteschaft gestartet. „Wir haben bereits etliche Ärzte kontaktiert, einige haben sich schon bereit erklärt“, so Weil. Wenn die Impfstraße kontinuierlich eingerichtet werden soll, also beispielsweise jeden Samstag geöffnet haben soll, dann müssten die Mediziner und die Freiwilligen regelmäßig zur Verfügung stehen. „Das ist natürlich nicht so einfach, aber wir wollen schauen, dass wir das Personal stellen können“, so der Stadtchef. Auch Freiwillige für administrative Tätigkeiten, für die es auch eine Entschädigung geben wird, werden noch gesucht und können sich unter stadt@bruckleitha.at melden.

Angesichts der steigenden Infektionszahlen hoffe man freilich, dass bald genügend Impfstoff zur Verfügung stehe. „Ohne Impfstoff hilft die beste Impfstraße nichts“, so Weil. Geplant sei jedenfalls, ab Mitte April im Stadttheater starten zu können. Für das zweite Quartal ist angekündigt, dass ausreichend Impfstoff bereitstehen soll, um die breite Bevölkerung zu impfen.

In anderen Gemeinden ist mit Ausnahme von einer einmaligen Impfaktion in Hainburg diese Woche (siehe Seite 20) derzeit keine Impfstraße geplant. Das liegt laut Notruf NÖ, das die Impfungen in Niederösterreich koordiniert, an den noch fehlenden Impfstoffen. Im Bezirk werden Personen, die laut Impfplan an der Reihe sind, derzeit in 33 Ordinationen geimpft. Wichtig: Eine Impfung gibt es nur nach vorangegangener Anmeldung über www.impfung.at . Bis April oder gar Mai wird sich daran auch nichts ändern – große Impfstraßen, in denen sich alle Impfwilligen pieksen lassen können, wird es erst geben, wenn es auch genug Dosen gibt.

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