Bezirk Bruck: Mehr Waffen in den privaten Haushalten. Im Bezirk verzeichnet man einen Zuwachs an Besitzern von Schusswaffen, sowohl im Sport- als auch im Jagdbereich.

Von Josef Rittler und Michelle Schüller. Erstellt am 13. Januar 2021 (05:30)
Helmut Heubach, Leiter der Sektion „Schießen“ beim Heeressportverein Hainburg, an der Schießbahn.
privat

824 Waffen wurden im Vorjahr bei der Bezirkshauptmannschaft registriert. Auch die Zahl der Waffenbesitzkarten und Waffenpässe ist gestiegen (siehe Infobox links).

Beim Heeressportverband (HSV) Hainburg Sektion Schießen kann man die steigende Zahl der Waffenbesitzer nur bestätigen. „Das ist seit etwa vier Jahren zu beobachten“, erzählt Wilhelm Kohlberger. „Wir haben rund 120 Mitglieder, könnten aber leicht 160 bis 180 haben“. Vor allem bei den Kurzwaffen sei die Schießbahn gut ausgelastet. „Das kann durchaus auf das persönliche Sicherheitsbedürfnis zurückzuführen sein, wir haben aber auch viele Sportschützen.“

Ein Teil der zusätzlichen Waffenkäufe ist der Jägerschaft zuzurechnen. Einfacher Grund: Die Zahl der Jagdberechtigten im Bezirk steigt seit Jahren (2019 hatte der Jagdverband des Bezirks 1.531 Mitglieder, davon waren 37 Neue). „Es gibt ein steigendes Interesse an der Jagd und an der Ausbildung zum Jäger“, berichtet Bezirksjägermeister Johann Dietrich. Dabei handelt es sich überwiegend um Private, die Zahl der Berufsjäger fällt nicht ins Gewicht.

Neben der eigentlichen Jagd werde vor allem das mit dem Jagen verbundene Naturerlebnis als Grund für das Interesse angegeben. Auch werde das Wildbret als Bestandteil einer hochwertigen und regionalen Ernährung zunehmend geschätzt. Die Waffen werden laut Bezirksjägermeister für die Ausübung der Jagd erworben, die Art der angeschafften Waffen sei daher sehr spezifisch. „Der Kauf von Jagdwaffen unterliegt keinen Trends, sondern richtet sich nach den Anforderungen, die das Revier vorgibt: Entscheidend sind die Wildarten, das Gelände, ob es im Revier viel Wald oder mehr Felder gibt, und die Art der Jagd“, führt der Bezirksjägermeister aus.

Auch im Waffenhandel bemerkt man den Trend natürlich. „Ich denke, dass hier vor allem der sportliche Aspekt eine große Rolle spielt“, erklärt sich Roswitha Schnetz, Inhaberin des gleichnamigen Fachgeschäfts für Waffen in Wr. Neudorf, den Anstieg an Waffenkäufen im Vorjahr. „Da betreibt möglicherweise jemand im Bekanntenkreis Schießsport, man probiert es selbst und findet Gefallen daran.“ Ihr Mann Wolfgang Schnetz bestätigt: „Kurz vor dem ersten Lockdown konnten wir einen deutlichen Anstieg an Waffenkäufen verzeichnen und auch noch im zweiten war er merkbar.“

Umfrage beendet

  • Sollten Waffengesetze strenger sein?