Streit um Halloween in Petronell-Carnuntum. Volkspartei wirft Sozialdemokraten Versäumnisse in der Coronakrise vor. SP kontert: „Alle Schritte waren rechtzeitig gesetzt“.

Von Josef Rittler. Erstellt am 07. November 2020 (04:45)
Bürgermeister Martin Almstädter (SP) (links). 
Gemeinderat Christof Hanel (VP) (rechts). 
privat

In einer aktuellen Aussendung wirft die Volkspartei den Sozialdemokraten schwere Versäumnisse in der Coronakrise vor. So wird unter anderem moniert, dass die Gemeindeführung den Ernst der Lage im März einerseits zu spät erkannt hätte, andererseits aber nach Lockerungen der Maßnahmen Mitte Mai trotzdem nur Umlaufbeschlüsse des Gemeinderates möglich seien. „Möchte man hier eventuell unangenehmen Fragen der Opposition ausweichen? Anfragen sind in den derzeitigen Umlaufbeschlüssen nämlich nicht möglich“, heißt es in der Aussendung. Auch das „Fest für Petronell-Carnuntum“ sei zu spät abgesagt worden.

Aktuellster Streitpunkt: In der letzten Ausgabe der Gemeindenachrichten werde die Bevölkerung gebeten, Halloween 2020 im Ort zu unterstützen und die Kinder freundlich zu empfangen, um ihnen die Freude nicht zu nehmen, und dies trotz roter Covid-Ampel in Bruck und der damit verbundenen klaren Aufforderung, alles Nötige zu unternehmen, um persönliche Kontakte auf das Wesentliche zu beschränken. „Die Volkspartei ist verwundert, dass in Zeiten, in denen die Infektionszahlen steigen und ein weiterer Lockdown bevorsteht, die Bevölkerung aktiv gebeten wird, Halloween zu unterstützen“, erklärt VP-Gemeinderat Christof Hanel gegenüber der NÖN.

Almstädter: „Ist keine objektive Diskussion“

Dass die Kinder besser zuhause bleiben sollten, wolle man aber nicht sagen: „Die Entscheidung, ob unsere Kinder zu Halloween herumziehen oder nicht, soll jede Familie für sich selber treffen – und das ist gut so. Dazu geben wir keine Empfehlung ab.“

„So kann man keine objektive Diskussion führen“, weist Bürgermeister Martin Almstädter (SP) die Vorhaltungen zurück. „Hier werden nur wieder Tatsachen verbogen.“ Die Gemeindeführung hätte von Anfang an alles getan, um die Krise zu bewältigen. „Wir haben jeden Tag das Gemeindeamt besetzt und waren erreichbar, um einige Gemeindebürger haben wir uns persönlich gekümmert.“ Es sei vielmehr die Volkspartei, die nichts mache und deren Vertreter auch selten erreichbar seien: „Obmann und Klubsprecher, wo sind die?“

Was die Vorwürfe wegen Halloween angehe, sei Almstädter „menschlich enttäuscht“. „Ich bin selber Familienvater und weiß, dass die Kinder nur bestimmte Haushalte besuchen.“ Auf die Einhaltung der Corona-Maßnahmen sei in den Gemeindenachrichten klar hingewiesen worden. „Man sollte auf die Kinder Rücksicht nehmen, sie wollten auch wieder ein bisschen Normalität erfahren.“