Brucker Weihnachtsmann ist „hässlich und sauteuer“. Neue Informationen über die neue, drei Meter große Deko am Hauptplatz bestärken die ÖVP in ihrer Kritik.

Von Susanne Müller. Erstellt am 10. Dezember 2020 (03:55)
Der hell erleuchtete Weihnachtsmann vor dem Rathaus ruft sehr unterschiedliche Reaktionen hervor.
Müller

Nachdem der Weihnachtsmann vor dem Rathaus schon nach wenigen Tagen polarisierte, fragte die NÖN auf NÖN.at ihre Leser, was sie denn von dem neuesten weihnachtlichen Dekostück in der Brucker Innenstadt halten. Das Ergebnis fiel recht eindeutig aus: 81,6 Prozent antworteten auf die Frage „Gefällt Ihnen der neue Weihnachtsmann vor dem Brucker Rathaus“ mit Nein. Nur 18,4 Prozent fanden Gefallen an dem leuchtenden Riesen.

Auf politischer Ebene geriet der Weihnachtsmann schon bei der Einschaltung der Weihnachtsbeleuchtung ins Kreuzfeuer zwischen Opposition und SPÖ. Sowohl ÖVP als auch Grüne stellten sofort klar, dass sie von der Neuanschaffung wenig begeistert waren.

Zwischenzeitlich hat man bei der ÖVP auch einige Nachforschungen zum Ankauf des Weihnachtsmannes getätigt. Demnach soll schon im Oktober ein Angebot für die Deko eingeholt worden sein. „Der Bürgermeister hätte also durchaus Zeit gehabt, da das Einvernehmen mit uns zu suchen“, ärgert sich VP-Klubsprecher Ronald Altmann. „Gerade in der Weihnachtszeit ist es schade, dass wir wieder einmal vor vollendete Tatsachen gestellt wurden.“

Was die ÖVP aber noch mehr stört, ist der Preis, den die Stadtgemeinde für den Weihnachtsmann bezahlt. Die Deko sei gemietet und koste laut Altmann die stattliche Summe von 7.200 Euro auf fünf Jahre. „Das Ding ist also nicht nur hässlich, sondern auch sauteuer“, schlussfolgert Altmann. Finanziert werde der Weihnachtsmann über die Wirtschaftsförderung. „Das tut uns ganz besonders weh“, so Altmann.

Auch bei SP-Bürgermeister Gerhard Weil sind viele Reaktionen auf den Weihnachtsmann eingelangt. Die meisten davon seien jedoch positiv. Für ihn zähle vor allem eines: „Es macht mir Freude, wenn ich die leuchtenden Augen der Kinder und Eltern sehe, die sogar Fotos mit dem Weihnachtsmann machen. Das ist Balsam auf die Seele.“

Weil gibt zu, dass der leuchtende Riese mit 1.400 Euro pro Jahr tatsächlich nicht billig ist. „Neu kostet er aber 18.000 Euro, wir sind also gut gefahren. Solche Dinge sind leider nicht billig.“ Die restliche Weihnachtsbeleuchtung koste aber noch deutlich mehr. „Es waren auch noch Investitionen in bestehende Leuchtkörper nötig. Wir haben aus Kostengründen daher auch auf den Baum beim Schulpark verzichtet“, so Weil, der überdies meint: „Jedem recht getan, ist eine Kunst, die niemand kann.“