Nach dem Christkind kam das Hochwasser. Am Christtag hatten die Feuerwehren mit einem überraschendem Hochwasser der Fischa zu kämpfen.

Von Otto Havelka und Ines Garherr. Erstellt am 03. Januar 2019 (05:27)
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Unter Wasser: Die Seegasse beim Hahnsee in Wienerherberg war zu Weihnachten nur in Gummistiefeln erreichbar.
Anton Hietz

Eine Bescherung der anderen Art erlebten elf Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Wienerherberg: Sie rückten in der Nacht zum 25. Dezember gegen 3.30 Uhr aufgrund eines Hochwasser-Alarms aus. In der Franz Kager-Gasse schlugen etliche Anrainer Alarm, weil ihre Gärten durch ein unvermutetes Hochwasser der Fischa überflutet werden. Auch eine Garage stand bereits unter Wasser.

Unter der Leitung von Feuerwehrkommandant-Stellvertreter Thomas Sandruschitz wurde nächtens eine Barriere mit Sandsäcken errichtet und das Wasser aus den Gärten wieder in die Fischa gepumpt. In der Folge wurden auch die Schleusen des Polsterer-Kraftwerks geöffnet, damit das Wasser über ein Entlastungsgerinne und angrenzende Felder abfließen kann.

Götzendorfs Bürgermeister Kurt Wimmer war mit der Motorsäge vor Ort.
Feuerwehr Pischelsdorf

Üblicherweise gibt es eine zeitgerechte Hochwasserwarnung der zentralen Alarmstelle in Öd. Die blieb diesmal aus, weil der Grund für die Überflutungen nur bedingt mit den Niederschlägen zu Weihnachten zu tun hat.

In der Fischa zwischen Wienerherberg und Schwadorf wird durch herabfallende Bäume und Biber-Bauten das Wasser aufgestaut. Dazu kommt, dass mit dem Wasserpegel auch das Grundwasser steigt. Laut VP-Gemeinderat und Anrainer Anton Hietz sind davon etwa „20 Wohnhauskeller betroffen, wobei das Wasser bis zu 45 Zentimeter hoch im Keller“ stand.

Auch bei der Fischa in Neu-Pischelsdorf kam es zum Hochwasser. Die Feuerwehr rückte jedoch erst am Nachmittag aus, um das Ufer des überbordenden Flusses mit Sandsäcken abzudichten. „Die Siedlung hat nichts abbekommen“, erzählt Pischelsdorfs Feuerwehrkommandant Martin Fink. Auch VP-Bürgermeister Kurt Wimmer war vor Ort, sah sich die Situation an und entfernte Bäume und Äste. Drei Stunden lang waren die Feuerwehrmitglieder am Tag nach Weihnachten mit der Eindämmung des Hochwassers beschäftigt. „Man reißt die Menschen von ihren Familien weg“, sagt Fink; bei der Feuerwehr gebe es jedoch keine freien Tage.

Ebergassings SP-Bürgermeiste und Obmann des Wasserverband Fischa, Roman Stachelberger will in Zukunft auch die Kraftwerksbetreiber entlang der Fischa in die Pflicht nehmen. Er urgiert bei der Bezirkshauptmannschaft eine verbindliche Verordnung. Würden alle Schleusen rechtzeitig geöffnet, gebe es keinen Rückstau, ist er überzeugt.

Für die Kraftwerksbetreiber bedeutet eine frühzeitige Öffnung der Schleusen allerdings weniger Strom-Gewinnung und damit kommerziellen Verlust.

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