Hilfe im Senegal: Lernen in der Strohschule

Erstellt am 28. Februar 2022 | 05:49
Lesezeit: 3 Min
Lokalaugenschein bei Hilfsprojekten: Ein Team der „Grenzenlosen Leprahilfe“ aus Wildungsmauer reiste vor Kurzem in den Senegal.
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„Nach zweieinhalb Jahren war es uns endlich wieder möglich, in den Senegal zu reisen“, berichtet Obfrau Wilma Burghauser, Obfrau des Vereins „Grenzenlose Leprahilfe“. Gemeinsam mit ihrem Mann Gerhard und Enkel Daniel Scholz war sie nach der Corona-bedingten Zwangspause nach Westafrika geflogen, um sich vom Fortschritt der Hilfsprojekte zu überzeugen: „Alle Arbeiten, die in der langen Zeit unserer Abwesenheit in Auftrag gegeben wurden, haben wir zur vollsten Zufriedenheit erledigt vorgefunden.“

Besonderes Augenmerk richtet der Verein auf Familien mit extrem geringen Einkünften. „Sie sind es, welche die hohe Teuerung am meisten zu spüren bekommen“, erklärt Burghauser. Daher sei für die nächste Zeit der Bau stabiler Einfamilienhäuser, Toilettenanlagen und Brunnen geplant.

Kein Schulbesuch wegen Armut möglich

Auch mit Lebensmitteln wird ausgeholfen. Senegal ist ein junger Staat mit stark wachsender Bevölkerung. „Leider gibt es noch immer sehr viele Kinder, denen der Schulbesuch durch Armut oder fehlende Klassenräume verwehrt ist“, stellt Burghauser fest.

Darum sei der Anteil der Analphabeten sehr hoch. Die Schulen sind weit weg, es herrscht zudem extremer Platzmangel, auf einer Zweier-Bank säßen meist vier Schüler. „Um den Kindern der ersten Klasse den kilometerlangen Fußmarsch in die nächste Schule zu ersparen, wurde mit unserer Unterstützung eine Hütte aus Stroh gebaut, eine Strohschule gewissermaßen“.

Das sei nur vorläufig; als nächster Schritt sollen zwei feste Klassenräume und ein Lehrerzimmer, dazu Toiletten und ein Brunnen errichtet werden. „Unsere Vision sind sechs Klassenzimmer“, erklärt Burghauser. Der Bau einer rund 80 Quadratmeter großen Klasse kostet umgerechnet rund 8.000 Euro, das Lehrerzimmer etwa 1.500 Euro. „Wir sind ehrenamtlich tätig und haben uns die Reise selbst bezahlt“, so Burghauser. Die Mittel für die Hilfsprojekte werden über Spenden und den Verkauf von Handarbeiten aus dem Senegal aufgebracht. Diese sind derzeit im Friseursalon „Haarnuntum“ in Petronell-Carnuntum erhältlich.

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