Mehr Platz für Schiffe. In Zukunft sollen große Schiffe in Wildungsmauer anlegen können.

Von Josef Rittler. Erstellt am 13. Juni 2021 (05:00)
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In Wildungsmauer werden ab nächstes Jahr auch größere Schiffe  landen können.
Rittler, Rittler

An der Donau soll die Anlegestelle zu einer Lände für größere Schiffe ausgebaut werden. „Die bestehende Kleinfahrzeuglände wird für die Großschifffahrt umgewidmet und auf 295 Meter verlängert“, erläutert Christoph Caspar, Sprecher des Projektbetreibers viadonau.

Dadurch soll das derzeit mangelhafte Angebot an Liegestellen östlich von Wien erweitert werden. 

Die Maßnahmen im Einzelnen: Eine Reihe aus Pfählen, sogenannten „Dalben“, wird den Schiffen das sichere Festmachen ermöglichen. 

Zwei Zufahrtsbrücken geplant

Über zwei Zufahrtsbrücken können Pkw direkt auf die Schiffe oder an Land fahren. Geplant sind deshalb zwei Zugänge, damit die Schiffe mit dem Heck jeweils an einer Brücke anlegen können, ohne in diesem strömungsstarken Donauabschnitt wenden zu müssen. Die Zufahrt erfolgt über das öffentliche Straßennetz oder den Treppelweg. Dieser soll zum Teil asphaltiert werden.

Eine Landstromanlage wird die anlegenden Schiffe mit Energie versorgen. Das soll laut Caspar Lärm und Schadstoffemissionen durch laufende Generatoren verhindern.

Auch die Sicherheit auf der Wasserstraße Donau soll berücksichtigt werden. Um bei Notfällen auf dem Wasser direkten Zugang für Bergungsfahrzeuge und Einsatzkräfte sicherstellen zu können, wird 200 Meter unterhalb der Lände eine Sliprampe angelegt. Auf dieser können Boote und Schiffe zu Wasser gelassen oder an Land gezogen werden. 

Baubeginn startet im September

Mit den Arbeiten soll im September 2021 begonnen werden, die Fertigstellung ist für 1. März 2022 geplant. Die Bauzeit ist in den naturschutz- und nationalparkbehördlichen Bewilligungen festgelegt. Beide wurden bereits erteilt, ausständig ist noch die wasserrechtliche Bewilligung. Bleibende Eingriffe in die Natur seien laut Planungen nicht zu erwarten. Der Zugang für Fußgänger zum Treppelweg bleibt ungehindert erhalten. Lediglich während der Arbeiten könne es zu zeitlich beschränkten Sperren kommen. 

Die geschätzten Kosten betragen laut Caspar rund zwei Millionen Euro. Das Projekt ist Teil der europäischen Initiative „„FAIRway Works! in the Rhine-Danube Corridor“ und wird mit bis zu 40 Prozent durch die Europäische Union gefördert. Die Baumaßnahmen sollen Engpässe für die Schifffahrt entlang der serbischen und österreichischen Donauabschnitte beseitigen (Details siehe Infobox). Neben Wildungsmauer werden in Österreich noch die Liegestellen in Linz und Wien und in Serbien die Schleuse Eisernes Tor II an der Grenze zwischen Serbien und Rumänien ausgebaut.