Gericht: Wenn Postings „Böses bewirken“

Erstellt am 20. Januar 2022 | 05:34
Lesezeit: 2 Min
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Unbedachtes Teilen und Liken auf Facebook kann Konsequenzen haben.
Foto: Shutterstock/Wachiwit
Niederösterreicher landete vor Gericht, weil er verhetzendes Bild auf Facebook geteilt hat.
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Wie schnell man sich in den sogenannten sozialen Medien strafbar machen kann, beweist der Fall eines unbescholtenen Angestellten. Dieser hatte aus Anlass des „Black Friday“ in einem Fanclub-Chat eines Fußballvereins ein Posting erhalten. Das Bild war mit „Black Friday Sale“ überschrieben und zeigte eine Art Sklavenhändler vor dem schwarze Menschen mit Ketten gefesselt hocken. Das Weiterleiten der Nachricht, was der Mann gemacht hat, erfüllt den Tatbestand des Paragrafen 283 des Strafgesetzbuches: Verhetzung.

Dort heißt es sinngemäß: „Wer öffentlich auf eine Weise, dass es vielen Menschen zugänglich wird, eine Gruppe oder eine Person wegen der Zugehörigkeit zu einer solchen Gruppe in der Absicht, die Menschenwürde dieser zu verletzen, um sie verächtlich zu machen oder herabzusetzen, ist mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren zu bestrafen.“

Soziale Medien sind gefährlich

Der Mann mit dem „falschen Humor“ habe erst als die Kriminalpolizei in dieser Causa bei ihm zu Hause klingelte, die Tragweite des Postings verstanden.

Auch vor Richterin Monika Zbiral am Landesgericht Korneuburg, die ihm die Dimension des Postings – „dass Sie etwas Böses bewirken können“ – vor Augen führte, zeigte er sich ehrlich zerknirscht. Mit seiner Verantwortungsübernahme und der glaubwürdigen Reue gab er ein Musterbeispiel für eine Diversion ab, die in Form einer Geldbuße von 470 Euro ausfiel. Bezogen auf den Fall sagte die Richterin abschließend: „Soziale Medien sind gefährlich.“

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