Bezirk Bruck: Nicht alle lassen die Ski im Eck. Die Corona-Pandemie sorgt für viel Verunsicherung bei Winterurlaubern. Andere ruft der Berg trotzdem sehr laut.

Von Otto Havelka, Josef Rittler, Max Stepan und Raimund Novak. Erstellt am 25. November 2020 (05:45)
Winterurlaub Skifahren Symbolbild
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Der Winterurlaub ist für viele Skibegeisterte nach wie vor ein Fixpunkt im Jahr. Doch die Corona-Pandemie wirft auch in diesem Fall ihren Schatten voraus. Während für die einen ein Urlaub am Berg zu riskant ist, wollen andere nicht darauf verzichten.

So wie die Schwechaterin Nora Förster und ihre Familie. „Wir buchen unseren Winterurlaub immer ein Jahr im Voraus. Uns kann nichts aufhalten. In den Weihnachtsferien fahren wir ins Dachsteingebiet und zur Silvesterzeit geht es zur Schmittenhöhe in Zell am See“, erzählt sie. Sollte der Lockdown länger dauern und der Urlaub ausfallen, dann „finden wir eben eine andere Beschäftigung, wie Rodeln“. Dass es für die Familie ohne Schnee nicht geht, beweist Försters achtjährige Tochter Elly – sie gilt als Top-Talent im Skisprungverein „Wiener Stadtadler“.

Ebenfalls „fix eingeplant“ hat Ronald Unger aus Velm seinen Skiurlaub mit Gattin, zwei Kindern und Hund. Seine Familie hat’s allerdings leichter. Sie kann auf eine Ferienwohnung der Großeltern in Seeboden (Kärnten) zurückgreifen und fährt von dort aus zu nahe liegenden Pisten. Après-Ski-Partys sind mit den Volksschulkindern ohnedies nicht angesagt, und „wenn die Gaststuben an den Pisten geschlossen haben, dann gibt’s halt zu Hause Spaghetti mit Sugo aus der Dose“, zeigt sich Unger unbeeindruckt.

„Wenn die Gaststuben an den Pisten geschlossen haben, dann gibt’s halt zu Hause Spaghetti mit Sugo aus der Dose.“ Roland Unger aus Velm

Keine so rechte Lust auf Skifahren hat hingegen Fischamends Naturfreunde-Obmann Peter Niessl. „Heuer werde ich nicht mehr Ski fahren gehen, neben den Corona-Maßnahmen bereiten mir die Menschenmassen und die Zerstörung der Natur durch Ausweitung der Skigebiete derzeit keinen Spaß am Skiurlaub“, sagt der leidenschaftliche Skifahrer, der auch als Skilehrer tätig ist.

Diese Ausbildung nutzt ihm vor allem bei den Skiwochen für Kinder und Jugendliche in Wagrain, die die Naturfreunde seit mehr als 20 Jahren organisieren. Auch für den kommenden Februar wäre die Woche geplant gewesen, aufgrund der derzeitigen Situation und mangels Anmeldungen wurde diese jedoch abgesagt. „Die Verunsicherung ist sehr groß, deshalb werden wir diese Wintersaison eine Pause einlegen und unsere Kontakte reduzieren“, erklärt Niessl.

Winterurlaub Bezirk Bruck
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Besonders betroffen von den Corona-Auswirkungen und dem Lockdown sind die Reisebüros. Ernst Gottscholy, Inhaber von „Pipal Reisen“, hat die Saison gedanklich schon abgehakt: „Die Leute trauen sich nichts buchen, ich kann mir nicht vorstellen, dass da noch etwas geht.“ Zwar gebe es etliche Anfragen, aber keine Buchungen: „Fort wollen alle, viele würden auch im Winter nicht nur Skifahren, sondern auch gerne in die Ferne reisen. Die Kunden sind aber in der gegenwärtigen Situation verunsichert.“ Es ginge ja nicht nur darum, fortzufahren, sondern auch wieder heimzukommen.

Das Reisebüro hat Filialen in Bruck, Hainburg, Mannersdorf, Wr. Neustadt, Aspang und Hartberg. Auch die Reisebusse stehen derzeit still. Im Sommer waren noch einige Bustouren gut gebucht: „Alle Teilnehmer, die mit uns ins Ausland gefahren sind – auch nach Italien oder Tschechien – waren höchst zufrieden und sind ohne Corona sicher wieder zurückgekehrt.“

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