Gedenken an Todesmarsch

Vor 75. Jahren wurde das erste Urteil eines österreichischen Volksgerichtes gegen NS-Verbrecher gefällt. Aus diesem Anlass fand in Wolfsthal eine Gedenkkundgebung statt.

Josef Rittler
Josef Rittler Erstellt am 20. August 2020 | 11:13
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Gedenkfeier für NS-Opfer (im Bild v. l.): Rudolf Müller (Zentrale österreichische Forschungsstelle Nachkriegsjustiz am DÖW) , Landtagsabgeordneter Gerhard Schödinger (VP), Winfried Garscha (ebenfalls DÖW), Historikerin Claudia Kuretsidis-Haider und Maestro Jack Händler.
Foto: privat

Drei ehemalige SA-Männer, Rudolf Kronberger, Alois Frank und Wilhelm Neunteufel, wurden am 17. August 1945  im ersten Prozess wegen NS-Gewaltverbrechen in der 2. Republik vom Volksgericht Wien zum Tode verurteilt. Die  Verurteilten hatten grausame Verbrechen an ungarisch-jüdischen Zwangsarbeitern, die beim so genannten Südostwallbau in Engerau (heute Petržalka/ Bratislava) Sklavenarbeit in Form von Schanzarbeiten leisten mussten, verübt. 

Anlässlich dieses Urteils wegen NS-Verbrechen fand - coronabedingt in kleinstem Rahmen - in Wolfsthal eine Gedenkkundgebung beim Gedenkstein für die Opfer des sogenannten "Todesmarsches" vom 29. und 30. März 1945 von Engerau nach Bad Deutsch-Altenburg statt. Die Historikerin Claudia Kuretsidis-Haider hat über diesen Prozess und seine Rezeption in den österreichischen Medien vor einigen Jahren einen Aufsatz verfasst.