Nach Rücktritt: Dritter SPÖ-Sessel bleibt künftig leer

Die Sozialdemokraten können das dritte Mandat im Gemeinderat Wolfsthal nicht nachbesetzen. Lösung für die Zukunft gibt es keine.

Johannes Merkatz Erstellt am 04. August 2021 | 05:56
Dritter SPÖ-Sessel bleibt künftig leer
SPÖ-Vorsitzender Wolfgang Hartl (links im Bild): „Ich kann niemanden zwingen.“ Bürgermeister Gerhard Schödinger (ÖVP) sieht die Pflicht am Bürger vernachlässigt.
Foto: Mraz

Nachdem SPÖ-Gemeinderätin Monika Dreml aus familiären Gründen ihr Amt niederlegte, tut sich für die SPÖ in Wolfsthal offenbar ein Personalproblem auf. Die Nachbesetzung des frei gewordenen Gemeinderatsmandats gestaltet sich offensichtlich schwieriger als gedacht.

Das übliche Prozedere sieht die Nachrückung der nächsten Kandidaten auf der Liste der letzten Gemeinderatswahlen vor. Sollten diese das Amt ablehnen, werden per Brief oder persönlichem Nachfragen alle weiteren Mitglieder in der Liste gefragt.

Nun ist es hier der Fall, dass niemand von den neun Kandidaten, die die SPÖ auf ihrer Liste hatte, zugestimmt hat und somit der Sessel im Gemeinderat unbesetzt bleibt. Bürgermeister Gerhard Schödinger von der ÖVP spricht von einer „Vernachlässigung an der Pflicht am Bürger.“ Die SPÖ könne nicht einmal die drei Mandate besetzen, die sie in Wolfsthal haben.

Wolfgang Hartl von der SPÖ sagt dazu: „Es ist schade, dass sich keiner für das Amt meldet, aber zwingen kann ich auch niemanden.“ Für die Zukunft habe er noch keine Idee, wie man dieses Problem lösen könne. Schon vor der Gemeinderatswahl hatte es in der SPÖ heftige Turbulenzen um den Wahlvorschlag gegeben. Der Vorstand war damals geschlossen zurückgetreten und zwar just, weil sich in letzter Minute doch noch ein Team gefunden hatte, das zur Wahl antreten wollte. SPÖ-Bezirksvorsitzender Rainer Windholz hatte damals die Ortspartei dabei unterstützt, doch noch Kandidaten zu finden.

Verjüngung soll SPÖ helfen

Windholz selbst zeigt sich auf NÖN-Anfrage jetzt überzeugt: „Nach der Gemeinderatswahl hat sich die SPÖ in Wolfsthal stabilisiert. Mit Wolfgang Hartl haben wir einen hervorragenden Vertreter, der seine Kontrollfunktion ausgezeichnet ausführt.“ Die SPÖ arbeite derzeit an der „personellen Weichenstellung für 2025“. Ziel sei, eine verjüngte Mannschaft. „Die Verjüngung geht allerdings nicht von heute auf morgen. Das ist ein längerfristiger Prozess, den wir als Bezirksorganisation begleiten werden“, betont Windholz.