Trauer um Hans Otto Schmidt. Hans Otto Schmidt, Gründer und Leiter der „Wolfsthaler Sommerspiele“, verstarb völlig überraschend im 73. Lebensjahr.

Von Adalbert Mraz. Erstellt am 25. April 2020 (04:50)
Hans Otto Schmidt
Mraz

Hans Otto Schmidt lebte seit den 1980er-Jahren in Wolfsthal. Gemeinsam mit Gattin Helene widmete er sich verstärkt der Kunst und Kultur. So betrieb das Ehepaar vor ihrem Umzug in die Grenzgemeinde den „Theaterkeller“ in Wien. In Wolfsthal kauften die Schmidts eine Villa, die später zur „Villa Pannonica“ ausgebaut und mit einem Festsaal versehen wurde.

Theater und Musik waren seine große Leidenschaft. Was anfangs für Schmidt als Ausgleich zu seinem Beruf als Rechtsanwalt begann, wurde mit der Gründung des Kulturvereins „Ciarivari“ institutionalisiert. 1992 wurden die „Wolfsthaler Sommerspiele“ gegründet und Schmidt schlüpfte oft selbst in Rollen – auf der Bühne stand er unter seinem Synonym Hans Otto Lindenbüchel. Der 72-Jährige war neben seinem Engagement im kulturellen Bereich auch als Persönlichkeit mit verschiedensten Aktivitäten auf beruflicher Seite sowie seiner sozialen Ader weit über die Region hinaus bekannt. Er promovierte 1970 an der Universität Wien zum Doktor der Rechtswissenschaften und ließ sich 1976 als Rechtsanwalt in Wien Landstraße nieder.

Er war auch langjähriger Vorsitzender der Sozialdemokratischen Rechtsanwälte. Beim Bund der Sozialdemokratischen Akademiker wurde er als exzellenter Jurist und Denker geschätzt. Einer seiner größten juristischen Erfolge war der außergerichtliche Vergleich für 259 Personen, die beim Spenden von Blutplasma mit Hepatitis C infiziert worden waren. Ihnen wurde eine finanzielle Entschädigung zugesprochen.

Als begeisterter Anhänger des österreichischen Bundesheeres schlug er nach seinem Präsenzdienst neben seinem Beruf die Laufbahn als Milizsoldat ein und erreichte den Rang eines Brigadiers. Er war auch dem Heeressportverein (HSV) verbunden, bei dem er bis 2017 Präsident des HSV Wien war.

Schmidt war ein überzeugter Verfechter der Energiewende und trat entschlossen für die Nutzung erneuerbarer Energieträger und den Ausbau der Solarenergie ein. Für Eurosolar Austria war er rund 20 Jahre tätig, zuletzt als Ehrenpräsident.