Region Hainburg: Erinnerung an jüdische NS-Opfer

Vor 75 Jahren wurde das erste Urteil gegen österreichische NS-Verbrecher gefällt.

Josef Rittler
Josef Rittler Erstellt am 31. August 2020 | 05:12
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Im Bild (v. l.): Rudolf Müller (Zentrale österreichische Forschungsstelle Nachkriegsjustiz am DÖW) , Landtagsabgeordneter Gerhard Schödinger (VP), Winfried Garscha (ebenfalls DÖW), Historikerin Claudia Kuretsidis-Haider und Jack Händler.
Foto: privat

Drei ehemalige SA-Männer, Rudolf Kronberger, Alois Frank und Wilhelm Neunteufel, wurden am 17. August 1945 vom Volksgericht Wien zum Tode verurteilt, ein weiterer Angeklagter zu acht Jahren Haft. Dies war der erste Prozess wegen NS-Gewaltverbrechen, der in der 2. Republik geführt worden.

Die Verurteilten hatten grausame Verbrechen an ungarisch-jüdischen Zwangsarbeitern, die beim sogenannten Südostwallbau in Engerau (heute Petržalka/ Bratislava) Sklavenarbeit in Form von Schanzarbeiten leisten mussten, verübt. Anlässlich dieses Urteils wegen NS-Verbrechen fand – coronabedingt in kleinstem Rahmen – in Wolfsthal eine Kundgebung beim Gedenkstein für die Opfer des „Todesmarsches“ vom 29. und 30. März 1945 von Engerau nach Bad Deutsch-Altenburg statt.

Auch in Hainburg, wo sich in der Nähe des Ungartores eine Gedenktafel befindet, und Bad Deutsch-Altenburg wurde der ermordeten ungarischen Juden gedacht. Die Historikerin Claudia Kuretsidis-Haider hat über diesen Prozess und seine Rezeption in den österreichischen Medien vor einigen Jahren einen Aufsatz verfasst.