Betrieb in heimischer Hand

Erstellt am 22. Juni 2022 | 12:30
Lesezeit: 3 Min
440_0008_8390793_bad25wk_lehar.jpg
Wenn Dietmar Messner Zeit hat, dann übernimmt er auch persönlich die Führungen durch die Lehar-Abfüllanlagen in Ebreichsdorf.
Foto: Foto privat
1902 wurde die Firma Lehar in Wien gegründet. Aus dem ehrwürdigen Familienbetrieb ist ein hochmoderner Produktionsbetrieb für Spirituosen und andere Produkte entstanden.

Man hört es schon durchs Telefon, dass er einer ist, der die Dinge mit 110 Prozent angeht. Auch sein Dialekt verrät, dass er nicht aus Niederösterreich stammt, sondern aus Kärnten. Aus diesem Grund verfährt er im Jahr auch über 70.000 Kilometer: Dietmar Messner hat gleich nach dem Studium zu arbeiten begonnen.

Mit 29 Jahren hat er bei Lehar begonnen, einer der ältesten Spirituosenfirmen Österreichs, die heutzutage auch Feinkost-, Diabetiker-, Reform-, Apotheken- und Kosmetikprodukte vertreibt. Sich klassisch von unten nach ganz oben gearbeitet, bis zu dem Tag, an dem er die Firma drei Jahre nach Eintritt kaufte: „Ich kannte die Firma wie meine Hosentasche“, erinnert er sich.

Lehar war ein klassischer Familienbetrieb, der in die Jahre gekommen war und nach Innova tion dürstete. Da war Messner zur Stelle. Er sprühte vor Tatendrang und krempelte die Firma um. Neue Produktionsanlagen, innovative neue Produkte, frisches Design – alles wurde neu.

Heute ist Lehar die größte Spirituosenfirma Österreichs, alleine eine halbe Million Liter Eierlikör werden verkauft. Die Spirituosenfirma Franz Lehar wurde 1902 in Wien gegründet, seit über 70 Jahren befindet sich die Produk tion in Ebreichsdorf.

„Die Firma wurde von einem zum anderen verkauft“, erklärt Messner, der somit nicht der Firmengründer ist. Trotzdem ist Lehar ohne Großkonzern oder Investor ausgekommen. Der heute 45-Jährige hat es geschafft, den Betrieb zu einem modernen Industriebetrieb zu entwickeln.

„In den letzten 15 Jahren habe ich rund 100 Millionen an Steuern abgeliefert“, sagt Messner, der zwar nicht das idyllische Fami lienbetrieb-Image bedient, aber doch zeigt, dass man im Konzernzeitalter bestehen kann. Und er dreht die Sache um: „Wir beliefern alle großen Supermärkte mit unseren Spirituosen. Wir verfolgen ein qualitätsvolles Wachstum, keines um jeden Preis.“

Messner schaut, dass die Rohstoffe für seine Produkte von heimischen Produzenten kommen. „Heimischer Betrieb in heimischen Händen, auch unsere Mitarbeiter sind aus der Region“, so lautet sein Motto. 

Entgeltliche Kooperation von NÖN und WKNÖ