Scheibbser LKH: Vom Provinzspital zur modernen Klinik. Am 30. Juli 1911 wurde das Krankenhaus mit 47 Betten eröffnet. Heute versorgt das Klinikum 10.000 Patienten pro Jahr.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 04. August 2021 (12:13)

Am 30. Juli 1911 wurde das damalige „allgemeine öffentliche Krankenhaus“ Scheibbs als chirurgisches Krankenhaus eröffnet. Heute versorgt das Landesklinikum Scheibbs mit 183 Betten jährlich rund 10.000 Patienten auf den Abteilungen Anästhesiologie und Intensivmedizin, Chirurgie, Orthopädie, Interne, Palliativmedizin, Frauenheilkunde und Geburtshilfe sowie einer Remobilisation und Nachsorge.

1907 beschloss der Gemeinderat der Stadtgemeinde Scheibbs, das allgemeine öffentliche Krankenhaus Scheibbs zu errichten. Ermöglicht wurde der Bau durch eine großzügige Spende von Bertha Kupelwieser, Gutsherrin aus Lunz am See sowie weiteren Sponsoren.

Auf die damaligen Bedürfnisse war das Krankenhaus rein chirurgisch ausgerichtet und verfügte über 47 Betten. Damals gab es auch schon OP- und Sterilisationsanlagen, Röntgenräume, eine Küche, Dampfwäscherei, eine Zentralheizungs- und Warmwasseranlage, eine Krankenhauskapelle und einen Garten. Doktor Birnbacher versah als einziger Arzt Dienst, um die Pflege kümmerten sich Ordensschwestern.

„Das Landesklinikum versorgt nicht nur den Bezirk, sondern ist in den Spezialbereichen Einzugsgebiet für das gesamte Mostviertel.“ Stephan Pernkopf, LH-Stellvertreter

In den Jahren während der Kriege und der Inflation traf die allgemeine Not das Krankenhaus besonders schwer. Es fehlte vor allem an Geld und wiederholt drohte die Schließung des Spitals. Der ständige Überbelag erforderte einen Zubau, der 1931 mit insgesamt 95 Betten fertiggestellt wurde. Umgesetzt wurden auch eine Entbindungsstation, ein Endoskopieraum, ein Laboratorium, eine Licht- und Elektrotherapieanlage, ein Wasserbett- und Tobzelle und eine Epidemieabteilung. Später wurden ein Wirtschaftsgebäude (Schweinestall, Kohlen- und Holzlager) sowie eine Obstplantage angelegt, um die Versorgung sicherzustellen.

In den 60er Jahren wurde die Interne Abteilung mit 30 Betten eröffnet und eine Ära des Zu- und Umbaus, die bis 2012 mit der Eröffnung des Eingangstraktes andauerte, begann. Zahlreiche Bauprojekte wurden neben dem laufenden Betrieb bewältigt und bieten heute eine moderne Infrastruktur im Haus.

Vor allem durch das Engagement der verantwortlichen 550 Mitarbeiter geht das Landesklinikum Scheibbs immer wieder als Vorreiter in der Geschichte hervor.

Auch LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf zeigt sich beeindruckt: „Das Landesklinikum Scheibbs versorgt nicht nur den Bezirk, sondern ist in den Spezialbereichen Einzugsgebiet für das gesamte Mostviertel.“ „Wir sind stolz auf unser Spital, das bisher Erreichte und auf unsere Mitarbeiter, die ganz besonders im vergangenen Jahr ihre Krisenresistenz bewiesen haben. Gemeinsam stellen wir uns den Herausforderungen der Zukunft, um weiterhin die bestmögliche Versorgung unserer Patienten zu gewährleisten“, so die Klinikleitung.