Renöckl-Buch: Das berauschend vielfältiges Mostviertel. Der Wiener Buchautor und Journalist Georg Renöckl begab sich an 111 versteckte Orte im Mostviertel. Ein Reiseführer für besonders schöne Entdeckungsreisen in der Heimat.

Von Christian Eplinger. Erstellt am 19. März 2021 (17:52)
Autor Georg Renöckl
privat

Vom Korkenzieher in Ahrenberg über den Mostpudding in St. Leonhard am Wald bis zum Reaktor in Zwentendorf. Im Mostviertel gibt es viel zu entdecken – von unberührter Natur über geschichtsträchtige Orte bis hin zu kulinarischen Spezialitäten.

NOEN

Georg Renöckl machte sich zwischen Mai und Oktober des Vorjahres auf Erkundungstour quer durch das Mostviertel und war verblüfft, auf welche Perlen und Kleinode er stieß. In seinem neuen Buch begibt man sich auf eine Entdeckungsreise abseits der bekannten Publikumsmagnete. Eine Reise durch 111 köstliche, skurrile und zu Unrecht übersehene Orte im Land der dreihundert Birnensorten.

„Natürlich legt man sich einen Plan zurecht. Man führt im Vorfeld Gespräche und recherchiert in der Literatur oder im Internet. Aber das eigentlich spannende sind die unerwarteten Begegnungen vor Ort, die einen zu Plätzen, Orten und Menschen führen, die man vorher nie auf seinem Tourplan hatte. Dafür muss man einfach offen sein“, schildert Georg Renöckl.

So stieß er auf die Geschichte von Alois Will, der als vierjähriger Bauernsohn im April 1945 miterlebte, wie SS-Soldaten zwei KZ-Häftlinge vor seinen Augen am elterlichen Hof erschossen. Erst eine Israel-Reise 2009 ließ ihn darüber sprechen und 2010 ein Mahnmal auf seinem Hof in Dorna bei Mank errichten.

NOEN

Aber die Recherche zu seinem Buch hatte auch direkte Auswirkungen. Im Stift Lilienfeld etwa, wo er eigentlich die älteste Darstellung des österreichischen Wappens besichtigen wollte. Doch die gibt es dort gar nicht zu sehen. Dafür stieß Renöckl auf die Geschichte der polnischen Prinzessin Cimburgis von Masowien, der Ehefrau des Habsburger Herzogs Ernst. Sie steuerte die berühmte Unterlippe zum familiären Habsburg-Erbgut bei.

„Abt Pius Maurer ließ es sich nach meinem Besuch nicht nehmen, die seinerzeit entfernte Steintafel mit dem Hinweis auf Cimburgis Grab direkt neben dem Kenotaph von Herzog Leopold VI wieder auf der richtigen Stelle zu platzieren“, erzählt Renöckl.

Übrigens: Der Mostviertler Most ist mittlerweile zu einem Lieblingsgetränk von Renöckl geworden – „und das, obwohl ich vorher als Oberösterreicher praktisch keinen Most getrunken habe. Aber auch hier sind die Vielfalt und die Qualität im Mostviertel beeindruckend.“