Verkostungsmarathon in Wieselburg. 2.833 Proben – von Trockenobst bis hin zu Schnaps – wurden in der Vorwoche unter dem Juryvorsitz von Wolfgang Lukas und Andreas Enser begutachtet.

Erstellt am 31. Januar 2017 (05:00)
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Karin Maria Heigl

2.833 verschiedene Produkte und jedes einzelne wird sorgfältig begutachtet, verkostet und bewertet. Im Rahmen der Ab Hof Messe 2017 werden die besten Produkte prämiert. Bei den Fruchtsäften erreicht erfahrungsgemäß rund ein Viertel der eingereichten Proben eine Goldmedaille.

Schnapsverkostung ist Königsdisziplin

Deutlich weniger Top-Produkte kommen bei den Bränden und Likören auf den Verkostungstisch. „Bei den Destillaten landen nur fünf bis zehn Prozent im Goldbereich, beispielsweise beim Marillenbrand, wo es bei etwa 80 verschiedenen Proben schlussendlich nur fünf bis sieben Goldmedaillen gibt“, erklärt Juryvorsitzender Wolfgang Lukas, Leiter der Abteilung Obstbau in der Landwirtschaftskammer Niederösterreich.

Karin Maria Heigl

Der sogenannte Goldentscheid fällt dann unter allen mit Gold prämierten Produkten: Die Verkoster stimmen über die Favoriten ab und das Produkt, dass die meisten Stimmen bekommt, wird mit dem „Goldenen Stamperl“ ausgezeichnet. Die Schnapsverkostung ist in Wieselburg die Königsdisziplin mit der überragenden Probenzahl von 1.178 Destillaten.

Dazu kommen 350 Liköre, 537 Fruchtsäfte, 346 Moste, 83 sonstige Obstweingetränke (etwa Cidre oder Schaumwein). „Das ist ein enormer Aufwand und eine logistische Herausforderung“, weiß Projektleiterin Verena Herzog von der Messe Wieselburg, die gemeinsam mit Dieter Gröbner für die Organisation zuständig ist. „Wir arbeiten mit Nummern, Farben und vielen Kontrollen“, beteuert Herzog.

35 Verkoster waren eine Woche lang im Einsatz

Karin Maria Heigl

Eine gewisse Fehlerquote – diese liegt zwischen acht und zehn Prozent – ist bei so einer Verkostung dennoch unvermeidlich. „Die Qualität der Verkostung hier in Wieselburg ist sehr hoch, aber der Mensch ist keine Maschine und auch die besten Sensoriker haben es beim Verkosten immer mit einer Momentaufnahme zu tun. Die Produkte verändern sich durch den jeweiligen Raum und auch mit der Zeit“, erläutert Juryleiter Wolfgang Lukas.

Jedenfalls handelt es sich beim Verkosten um eine sehr anspruchsvolle Aufgabe, die sehr viel Konzentration erfordert. Bei einer so groß angelegten Prämierung mit so vielen Produkten braucht das viel Zeit. Rund 30 bis 35 Verkoster sind täglich im Einsatz und das eine ganze Woche lang. Die Prämierung mit dem „Goldenen Stamperl“ erfolgt in mehreren Kategorien und hat für die Produzenten einen hohen Stellenwert als Qualitätsbeweis und Vermarktungshilfe.

Bei Produzenten und Konsumenten in ganz Österreich genießt die Prämierung im Rahmen der Wieselburger Ab Hof-Messe großes Ansehen. Die Siegerprodukte aus verschiedenen Kategorien werden bei der Eröffnung der Direktvermarkter-Messe am 3. März ausgezeichnet und vorgestellt.

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