20 Jahre WABE Erlauftal. Arbeitsgemeinschaft / Im Arbeits- und Wohnheim der WABE Erlauftal werden 34 Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen in ihrem Alltag begleitet. Am 11. Juli ist Jubiläumsfest.

Von Karin Katona. Erstellt am 09. Juli 2014 (08:01)
NOEN, Katona
Das Team der WABE Erlauftal mit Klienten: In der Werkstatt sind 34 Klienten beschäftigt, 14 von ihnen leben auch im Haus.
Der 11. Juli ist ein besonderer Tag für die WABE Erlauftal. Denn an diesem Tag, ab 12 Uhr, feiert die Arbeits- und Wohngemeinschaft in der Petzelsdorferstraße 15 in Purgstall nicht nur ihren 20. Geburtstag mit einem großen Grillfest, sondern präsentiert sich den Besuchern auch bei Hausführungen. Nach dem Festakt mit den Ehrengästen um 14 Uhr wird das Haus von Diakon Peter Leichtfried gesegnet, ab 16 Uhr gibt es Tanzmusik.

Feste Tagesstruktur für Menschen mit psychischen Erkrankungen

Seit 1994 werden Menschen mit einer psychischen Beeinträchtigung in der WABE von einem professionellen Betreuerteam in ihrem Alltag begleitet. 34 Klienten arbeiten im Moment in der WABE-Werkstatt, 14 von ihnen wohnen auch im Haus. In der Werkstätte werden Auftragsarbeiten der Firma Winkler-Schulbedarf ausgeführt. In der Kreativ-Holzwerkstatt entstehen Werkstücke wie Nistkästen, Spielzeug sowie Dekoratives für Haus und Garten.

Menschen mit psychischen Erkrankungen eine feste Tagesstruktur zu geben, sei eine der wichtigsten Aufgaben der WABE, erklärt Leiterin Ulrike Pokorny: „Darauf baut alles andere auf.“ Die Arbeit in der Werkstätte bilde den Grundstock für den Selbstwert der Klienten: „Der Mensch definiert sich über die Arbeit. Deshalb sind die Auftragsarbeiten von Firmen für uns so wichtig. Das ist mehr als bloße Beschäftigungstherapie.“

Ein weiterer wichtiger Eckpunkt im Konzept der WABE sei das Aufgehoben-Sein in der Gemeinschaft. „Menschen mit psychischen Krankheiten ziehen sich oft von der Umwelt zurück und geraten in die Isolation“, schildert Ulrike Pokorny.

„Die Betreuer hier sind herzliche und aufrichtige Menschen“

Einsamkeit und ein Gefühl der Überforderung im Alltag haben Christian Langwieser vor drei Jahren zu der Entscheidung bewogen, ins WABE-Wohnheim zu ziehen. Er genießt es, hier wieder mehr unter Menschen zu sein. Sein Ziel heißt aber: „Ich möchte bald wieder eine eigene Wohnung haben!“

In einer eigenen Wohnung in Purgstall lebt Christian Lehner, der ebenfalls in der WABE-Werkstätte arbeitet. Er mag die Arbeit in der WABE: „Die Betreuer hier sind herzliche und aufrichtige Menschen.“ Ausgleich findet er in seinen Hobbys Schreiben und Malen.

Menschen mit psychischen Krankheiten seien oft mit dem Misstrauen ihrer Mitmenschen konfrontiert, weiß Ulrike Pokorny. Voreingenommenheit abbauen ist daher ihr Ziel: „Wir müssen Berührungspunkte schaffen und offen aufeinander zugehen.“ Wer die WABE und ihre Mitarbeiter genauer kennenlernen will, sollte sich die Gelegenheit dazu am 11. Juli nicht entgehen lassen.