Wolfpassing war von Beginn an ein Zuzugsort. Ab der Gründung 1970 war Wolfpassing beliebte Wohngemeinde. In der Festschrift blickt man auf die 50 Jahre zurück.

Von Anna Faltner. Erstellt am 05. September 2020 (06:24)
Wolfpassings Bürgermeister Friedrich Salzer – der fünfte in diesem Amt –ist stolz auf die Entwicklung der Marktgemeinde in den vergangenen 50 Jahren.
Faltner

Ein ganz besonderes Jahr hätte 2020 für die Marktgemeinde Wolfpassing werden sollen. Denn die feiert dieses Jahr ihr 50-jähriges Bestehen. Für 13. Juni war ein Jubiläumsfest gemeinsam mit dem Verein „Viva la musica“ (10 Jahre) und der Musikschule Ybbsfeld (30 Jahre) geplant. Corona machte den Feierlichkeiten einen Strich durch die Rechnung. Die 50-jährige Geschichte und Entwicklung der Marktgemeinde wird trotzdem präsentiert: und zwar mit einer Festschrift.

Rund ein Jahr lang arbeitete das Gemeindeteam rund um Amtsleiter Hermann Hinterbeger sowie eine Arbeitsgruppe unter der Leitung von geschäftsführender Gemeinderätin Eva Wallner an dem 96-seitigen Werk. Dieses wird nun an alle 639 Haushalte, an die Nachbargemeinden und wichtige Institutionen verschickt. Sowohl zum Lesen als auch zum Schauen gibt es genug. Von der Verleihung des Gemeindewappens am 31. Mai 1970, über die Vorstellung der Gemeindeorgane und -einrichtungen, einem Rückblick bis hin zum aktuellen Stand der Gemeinde mit all ihren Betrieben und Vereinen.

In diesen 50 Jahren wurden viele Meilensteine gelegt. Der erste war laut Bürgermeister Friedrich Salzer (ÖVP) der Entschluss der vier damaligen Gemeinden Etzerstetten, Zarnsdorf, Wolfpassing und Buch, sich zu einer Großgemeinde zusammenzuschließen. Erster Bürgermeister war Michael Dammerer. Kurzerhand wurde sein Zuhause zum Gemeindeamt umfunktioniert. „Daran kann sogar ich mich noch erinnern. Der Gemeindesekretär saß bei ihm Zuhause in der Stube. Und das fast während seiner gesamten Amtszeit“, erzählt Salzer.

Mit Gemeindeamt kam auch Kindergarten

Ein weiterer wichtiger Meilenstein war dann der Bau des Gemeindeamtes von 1978 bis 1981. Gleichzeitig wurde im Gebäude auch schon ein zweigruppiger Kindergarten eingerichtet. Weiter ging es in den 80er-Jahren mit dem Bau der Wasserversorgungsanlage, der Errichtung des Gemeindebrunnens sowie der Kanalisation. Die Bürgermeister Leopold Gschaider (1980 bis 1990), Rudolf Glösmann (1990 bis 2005) und Josef Sonnleitner (2005 bis 2015) folgten. Die Flurbereinigung in den 1990er-Jahren war zwar ein stark diskutiertes Vorhaben, schuf aber die Voraussetzung für die Umfahrung in Zarnsdorf. „Die war und ist wirklich lebenswichtig für unsere Bevölkerung und absolut nicht mehr wegzudenken“, betont der aktuelle Bürgermeister.

Was die Marktgemeinde seit Beginn an begleitet, ist das Wachstum innerhalb der Gemeinde. „Wir hatten immer eine rege Siedlungstätigkeit, weil wir entsprechendes Bauland (preiswert) zur Verfügung hatten und zum Teil immer noch haben“, berichtet Salzer.

Wohnbau floriert heute genauso wie damals

Das Thema Wohnen ist auch heute ein wesentlicher Teil im Gemeindealltag. Im Schlosspark sind die Weichen für einen regen Wohnbau (auch für Reihenhäuser der Wohnbaugenossenschaft Gedesag) gestellt, auf dem Molkereiareal sollen bald die ersten Häuser gebaut werden.

Das Wachsen der Gemeinde erfordert aber auch, dass sich die Infrastruktur erweitert. Nach der ersten Erweiterung auf vier Gruppen wurde im Vorjahr eine provisorische fünfte Kindergartengruppe eingerichtet. Ebenfalls auf dem Plan für die kommenden Monate steht die Erweiterung und Sanierung der 40 Jahre alten Volksschule in Steinakirchen. „Da müssen wir jetzt wirklich viel Geld in die Hand nehmen“, gesteht Salzer. „Aber nicht nur das. Man muss der wachsenden Bevölkerung auch was bieten. Spielplätze, Freizeiteinrichtungen. Und die Zuzügler wollen wir bestmöglich in die Gemeinde integrieren“, betont er. Darüber hinaus ist die Gemeinde intensiv auf der Suche nach einer sinnvollen Nutzung für das Schloss. Also genug zu tun für die nächsten 50 Jahre.