70.000 Lifteintritte im Jahr eins nach Schröcksnadel

Erstellt am 18. März 2022 | 14:23
Lesezeit: 4 Min
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Auch Tourismuslandesrat Jochen Danninger sieht die Bilanz am Ötscher in der Saison eins nach Schröcksnadel mit gemischten Gefühlen: "Wir liegen zwar mit den Gästeeintritten deutlich über dem Vorjahr, aber mindestens genauso deutlich hinter den Jahren vor Corona."
Foto: Alex Felten/ecoplus
Am Sonntag geht am Ötscher die Liftsaison zu Ende. Dann gehören Großer und Kleiner Ötscher nur mehr den Schneeschuhwanderern und Tourenskigehern.
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Zuvor wird am Samstag im Ötscherdorf der offizielle Saisonschluss gleich zweifach gefeiert – der Tourismusverband lädt gemeinsam mit der Initiative Zukunft Lackenhof ab 14 Uhr zum Abschlussfest in die Ötscher Arena mit Musik, Zipfelbobrennen und Würstel-Sprungwettbewerb. Gleichzeitig veranstaltet die FPÖ Niederösterreich im Bereich Fuchswald ihren Familienskitag mit ermäßigten Kartenpreisen (tanja.koenig@fpoe.at), Skirennen und Siegerehrung.

Zurückhaltend gibt man sich beim Liftbetreiber dem Land selbst. Hier steigt man eher auf die Bremse, auch angesichts des Umstandes, dass am Freitag und Samstag die drei vor einer Woche am Großen Ötscher zu Tode gekommenen Alpinisten in ihren Heimatpfarren begraben werden. 

70.000 Lifteintritte - besser als 2020/21, aber deutlich schlechter als vor Corona

Auch so fällt die Bilanz in der ersten Saison nach der Übernahme der Ötscherlifte von der Schröcksnadel-Gruppe durch das Land durchwachsen aus. „Wir verzeichneten heuer rund 70.000 Lifteintritte. Das entspricht einer Steigerung von 45 Prozent im Vergleich zum Winter 2020/2021“, erklärt Markus Redl, Geschäftsführer der ecoplus Alpin GmbH und damit auch der Hochkar & Ötscher Tourismus GmbH, in der die Ötscherlifte seit dieser Saison gemeinsam mit den Hochkar Bergbahnen vereint sind. 

„Es haben sich wirklich alle am Standort sehr bemüht, das Optimum aus dieser Wintersaison herauszuholen. Leider werden wir aus betriebswirtschaftlicher Sicht dennoch nicht reüssieren können. Denn im Vergleich zur Vor-Corona-Saison 2018/2019 verlieren die Ötscherlifte überdurchschnittlich viel. Bei den Gasteintritten reden wir von einem Minus von über 40.000 Lifteintritten, bei den Umsatzerlösen von 29 Prozent. Das ist deutlich mehr als bei unseren anderen Skigebieten“, sagt Markus Redl. 

Im Vergleich zur Vor-Corona-Saison 2018/2019 liegen die Beteiligungen der ecoplus Alpin GmbH, das sind fünf der sechs meistbesuchten Skigebiete in Niederösterreich, derzeit bei einem Minus von 24 Prozent bei den Gasteintritten und 11 Prozent bei den Umsatzerlösen. Der Unterschied beim Rückgang erkläre sich vor allem durch den weitgehenden Ausfall von Schulveranstaltungen mit günstigeren Gruppen- und Jugendtarifen.

Am Ötscher fehlen im operativen Bereich laut Redl mehrere 100.000 Euro für ein positives Ergebnis. Rechnet man die Abschreibungen auch hinzu, ist der Fehlbetrag gleich noch viel größer. „Einfach so weitermachen wird es nicht spielen. Das muss uns allen auch nach dieser Saison bewusst sein“, sagt Redl und setzt seine Hoffnungen auf die von der Taskforce Lackenhof 2.0 ins Auge gefasste Neupositionierung.

Community-Voting ist abgeschlossen

Ein wichtiger Bestandteil dabei ist auch der Ideenwettbewerb „Der Ötscher ruft!“ mit seinen fast 500 Vorschlägen, der jetzt in seine nächste Phase kommt. Das Community-Voting der Ideen ist seit Mittwoch der Vorwoche abgeschlossen. Im April wird eine Fachjury tagen, im Mai ein Informationstag mit Präsentation der wichtigsten Ideen stattfinden und der weitere Prozess festgelegt. 

Auf Platz eins des Votings rangiert der Wunsch nach einem JUFA-Hotel. "Das ist ein Wunsch, dem auch wir uns voll und ganz anschließen können, wobei es kein JUFA-Hotel sein muss, weil es diese ja mit Hochkar, Annaberg und zwei Mal Mariazell schon mehrfach in der Region gibt. Wichtig ist ein zusätzlicher touristischer Leitbetrieb am Beherbergungssektor. Den wird es brauchen, um insgesamt die Situation ändern zu können", ist Markus Redl überzeugt.

„Die durch die Community am besten bewerteten Vorschläge konzentrieren sich sehr stark auf die Verbesserung von Gastronomie und Beherbergung. Aber auch die Erweiterung des Ybbstalradweges oder konkrete Angebote wie Wanderungen zum Sonnenaufgang scheinen unter den Top fünf auf. Das sind auch genau jene Themenbereiche, an denen wir in der Taskforce – unterstützt durch externe Fachexpertise – arbeiten“, sagen Renate Rakwetz, Bürgermeisterin der Marktgemeinde Gaming, und Ralf Eisenhut, Leiter der Taskforce Lackenhof 2.0.

Voting-Ergebnis:

1. Platz: JUFA Hotel

2. Platz: Erweiterung

Ybbstalradweg

3. Platz: Wanderung zum Sonnenauf- & -untergang

4. Platz: Förderungen für Skikurse und Sommersportwochen

5. Platz: Verbesserung/ Ausbau der Gastronomie

6. Platz: Hochseilgarten mit Naturerlebnispark

7. Platz: Montainbikewelt/ Bikeworld Ötscher

8. Platz: Langfristiges Gesamtkonzept für die ganze Region

9. Platz: Reaktivierung Funpark/Halfpipe

10. Platz: Indoor Aktivitäten für Familien bei Schlechtwetter.

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